14.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> In Frankfurt und Leipzig sind Arm und Reich unter sich

In Frankfurt und Leipzig sind Arm und Reich unter sich

Auch in Berlin kaum Durchmischung

In Frankfurt am Main und Leipzig leben Geringverdiener und Bezieher höherer Einkommen einer Studie zufolge am stärksten voneinander getrennt.

Berlin - Auf eine ähnlich strikte Trennung zwischen den Einkommensklassen kämen unter den deutschen Großstädten nur noch Berlin und Hamburg, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) mit. Die größte Durchmischung unter den Einkommensklassen gebe es in Stuttgart, München und Essen.

Bei ihrer Untersuchung der Frage, wo Niedriglohnbezieher lebten, hätten die Wissenschaftler unterschiedliche Ansiedlungsmuster gefunden, erklärte das IAB. In den Berliner Stadtteilen Neukölln, Marzahn und Wedding beispielsweise hätten sie mehrere Quadratkilometer große Flächen ausfindig gemacht, auf denen mindestens jeder dritte Beschäftigte nur einen Niedriglohn verdiene, verglichen mit den übrigen Verdiensten in Berlin. In Hamburg seien die entsprechenden Flächen kleiner ausgefallen. In München hätten sich die Gegenden, in denen überwiegend Bewohner mit geringem Einkommen lebten, oft nur auf einzelne Straßenzüge beschränkt.

Häufig ist den Forschern zufolge die Durchmischung in solchen Städten schlecht, wo der Anteil der Niedriglöhner besonders hoch ist. So verdienten in Leipzig 35,4 Prozent der Einwohner weniger als zwei Drittel des Einkommens, der genau in der Mitte zwischen den niedrigsten und den höchsten Löhnen liegt. In Berlin seien es 28,7 Prozent. In München hingegen, wo eine größere Durchmischung zu beobachten sei, habe der Anteil der Niedriglöhner nur 12,9 Prozent, in Stuttgart 15,7 Prozent betragen. Die einzige Ausnahme in dieser Reihe stelle Frankfurt am Main da. Dort sei die Durchmischung schlecht, obwohl nur 16,3 Prozent der Beschäftigten Niedriglöhner seien.

Die räumliche Trennung von Einkommensgruppen könne bei einer starken Ausprägung unerwünschte Folgen haben, warnten die Wissenschaftler: Wirtschaftlich schwächeren Einwohnern könnten qualitativ schlechtere öffentliche Ressourcen und Netzwerke zur Verfügung stehen. Das wiederum könne sich negativ auf die Bildung und die Chancen am Arbeitsmarkt auswirken.

(xity, AFP)


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