16.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Impfung gegen Masern

Impfung gegen Masern

Gesundheitsexperten des Rhein-Kreises rufen auf

In den beiden vergangenen Jahren hat es dank der guten Impfpraxis durch die niedergelassenen Ärzte keine Masernerkrankung im Rhein-Kreis Neuss gegeben.

Neuss - Und mit einem Anteil von 79,5 Prozent der Zweijährigen mit zwei Impfungen liegt der Kreis an der Spitze einer Statistik des Zentralinstituts für kassenärztliche Versorgung. Trotzdem hat Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky die Eltern aufgerufen, im Kampf gegen Masern nicht nachzulassen. Schließlich lag die Zahl der Masernfälle in Nordrhein-Westfalen voriges Jahr sechsmal höher als 2012.

"Masern sind keineswegs harmlos. Etwa eines von 1000 daran erkrankten Kindern erleidet später als schwerwiegende Folge eine lebensbedrohliche Hirnentzündung", so Mankowsky. "Dagegen sind Komplikationen, die im Rahmen der Schutzimpfung auftreten können, extrem selten", ergänzt Dr. Michael Dörr, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Zuvor hatte der Gesundheitsausschuss des Landtags über die Notwendigkeit von Masernimpfungen diskutiert. "Gerade mit dem Ausbau von Betreuungseinrichtungen für Kleinkinder und von Ganztagsschulen steigt die Wichtigkeit der Impfung - fürs Kind persönlich und aus gesellschaftlicher Verantwortung, weil es niemanden anstecken soll", sind sich Mankowsky und Dörr einig. Es gelte, auch die Erwachsenenimpfung ins Bewusstsein zu rücken sowie Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und in schwierigen sozialen Lagen zu erreichen. "Was wir brauchen, ist ein Komplettschutz über alle Generationen hinweg", so die Experten des Rhein-Kreises Neuss.

Masern werden oft unterschätzt, sind jedoch eine hoch ansteckende Virusinfektion, bei der es zu gefährlichen Komplikationen kommen kann. Wie gefährlich die Krankheit ist, hatte etwa 2006 eine Epidemie gezeigt, in deren Verlauf rund 1700 Menschen in Nordrhein-Westfalen erkrankten. In sieben Fällen kam es zu schwersten Komplikationen, die für zwei Menschen tödlich endeten. "Wirksamen Schutz vor Masern bietet die Impfung. Dabei gilt der heute eingesetzte Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln als gut verträglich", erklärt Amtsarzt Dörr. Gelegentliche Reaktionen wie Hautreizungen oder Fieber seien natürliche Anzeichen dafür, dass der Körper Abwehrkräfte bilde.
Kinder sollten zwischen dem elften und 14. Lebensmonat zum ersten Mal gegen Masern geimpft werden. Die zweite Impfung sollte zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat vorgenommen werden. Kinder und Jugendliche, denen die zweite Impfung fehlt, können diese nachholen lassen. Impfen lassen kann man sich bei den niedergelassenen Ärzten. Selbst Erwachsene, die nach 1970 geboren sind und über einen nur unzureichenden Masern-Immunschutz verfügen, können noch nachträglich geimpft werden. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten. Fragen zum Thema "Masernimpfung" beantwortet das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss unter Telefon (0 21 81) 601 53 00.


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