Impfstoff bleibt Mangelware

Im Juni hauptsächlich Termine für Zweitimpfung

Obwohl das Impfzentrum pro Tag im Schnitt 1.500 Menschen impft, warten viele, die nun priorisiert geimpft werden dürften, auf einen Termin.

Kreis Soest - Obwohl das Impfzentrum pro Tag im Schnitt 1.500 Menschen impft, warten viele, die nun priorisiert geimpft werden dürften, auf einen Termin. Grund dafür ist unverändert der Impfstoffmangel. „Das Gros sind Zweitimpfungen“, bestätigt Mirko Hein von der Geschäftsstelle des Impfzentrums. „Ersttermine sind schwer zu bekommen. Dieser Trend setzt sich im Juni voraussichtlich fort, denn das MAGS hat uns – anders als den niedergelassenen Ärzten – keine Erhöhung der Kontingente in Aussicht gestellt.“

Wer derzeit einen Termin buchen möchte, kann dies ausschließlich über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) tun. „Dabei ist häufig ein Ersttermin, aber kein Zweittermin zu sehen“; erklärt Hein. „Das ist der Tatsache geschuldet, dass schlicht keine Zweittermine vorhanden sind, da wir noch keine Grundlage für eine Planung haben.“ Es handele sich hierbei nicht, wie ursprünglich angenommen, um einen Systemfehler.

Die angespannte Terminlage wird zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Menschen sich parallel an verschiedenen Stellen für eine Impfung vormerken lassen und dann nicht daran denken, den Termin im Impfzentrum zu stornieren, wenn sie an anderer Stelle bereits geimpft wurden. „Das ist mehr als ärgerlich“, betont Dr. Ulrich Menges, einer der ärztlichen Standortleiter des Impfzentrums. „Viele Menschen warten dringend auf einen Impftermin und andere kommen einfach nicht und sagen nicht einmal ab. In der vergangenen Woche betraf dies bis zu 20 Prozent der Termine, das ist nicht hinnehmbar“, appelliert der Mediziner an die Solidarität derjenigen, die einen Termin im Impfzentrum nicht nutzen möchten. Eine Terminabsage ist unkompliziert über die Website www.116117.de der KVWL oder telefonisch möglich.

Sowohl bei den niedergelassenen Ärzten als auch im Impfzentrum häufen sich die Fragen nach einer Verkürzung des Impfintervalls von 12 auf 4 Wochen, was den Impfstoff von AstraZeneca angeht. „Hier hat das MAGS klar vorgegeben, dass zumindest im Impfzentrum das Impfintervall nicht verkürzt wird“, so Hein weiter. „Wer eine Zweitimpfung mit AstraZeneca wünscht, bekommt sie im Impfzentrum – bei unter 60-Jährigen allerdings nur nach erneuter Impfaufklärung und individueller Risikoakzeptanz.“

Am Impfzentrum werden derzeit keine Termine vergeben. Buchungen sind ausschließlich über die KVWL möglich, und zwar telefonisch unter 0800/11611702 oder online unter www.116117.de.