Immer mehr Ärzte - aber auch immer mehr in Teilzeit

Leichter Rückgang bei Hausärzten - mehr Psychotherapeuten

Es gibt immer mehr Ärzte in Deutschland, die aber zunehmend in Teilzeit arbeiten.

Berlin - Insgesamt beteiligten sich im vergangenen Jahr rund 167.300 Ärzte und Psychotherapeuten an der vertragsärztlichen Versorgung, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das waren zwar knapp 2370 oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die geleisteten Arztstunden erhöhten sich aber nicht im gleichen Maße.

Grund ist nach KBV-Angaben der ungebrochene Trend zur Teilzeitarbeit. Deswegen erhöhten sich die geleisteten Arztstunden lediglich um 0,2 Prozent. Zudem gibt es immer mehr angestellte Ärzte. Die Zahl der angestellten Vertragsärzte und -psychotherapeuten stieg 2015 demnach deutlich um 10,6 Prozent auf mehr als 27.100. Ihre Zahl hat sich damit seit 2005 nahezu verzehnfacht - damals waren nur rund 2770 Ärzte und Therapeuten angestellt.

Gesunken ist weiter die Zahl der Hausärzte. Der Rückgang setzte sich 2015 mit einem Minus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fort. Derzeit gibt es noch 51.765 Hausärzte, das sind 1170 weniger als noch 2009.

Auch in einigen anderen Fachgruppen verringerte sich die Zahl der Mediziner, etwa bei den Frauenärzten (minus 0,1 Prozent), Kinder- und Jugendärzten (minus 0,2 Prozent) und Nervenärzten (minus 0,8 Prozent).

Dagegen stieg die Anzahl der Psychotherapeuten um zwei Prozent. Dieser Zuwachs um 453 Psychotherapeuten ist demnach vor allem auf einen starken Anstieg in Ostdeutschland zurückzuführen. So gibt es zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern 12,3 Prozent mehr Psychotherapeuten und in Brandenburg ein Plus von 10,4 Prozent. Moderate Zuwächse gab es bundesweit auch bei den Fachinternisten und Orthopäden.

(xity, AFP)