20.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Hunderttausende noch ohne elektronische Gesundheitskarte

Hunderttausende noch ohne elektronische Gesundheitskarte

Übergangsfrist gilt noch bis Ende September

Rund drei Monate nach der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte haben mehrere hunderttausend gesetzlich Versicherte noch immer keine neue Karte.

Berlin - Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), der Barmer GEK und der DAK sind derzeit jeweils zwischen drei und vier Prozent der Versicherten noch ohne Gesundheitskarte, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AFP ergab. Allein bei der Barmer GEK betrifft dies 348.000 Versicherte und bei der AOK rund 960.000 Versicherte. Die elektronische Gesundheitskarte gilt seit Jahresbeginn.

Laut einer früheren Umfrage des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hatten Mitte Februar immer noch weit mehr als zwei Millionen Versicherte keine neue Karte. Nur ein kleiner Teil davon, etwa 120.000, waren "aktive Lichtbildverweigerer", wie eine GKV-Sprecherin sagte. Alle anderen hatten die alte Versichertenkarte zumeist noch nicht getauscht, weil sie dies bis dahin versäumt hatten oder ihnen das noch immer nicht klar war.

Auf der elektronischen Gesundheitskarte sind bislang nur die Versicherungsstammdaten gespeichert wie schon auf den bisherigen Karten. Neu ist das Lichtbild des Versicherten. Dadurch soll ein Missbrauch verhindert werden. Perspektivisch sollen auch Notfalldatensätze hinzukommen, außerdem soll die Kommunikation zwischen den Ärzten über Arztbriefe möglich werden. Ursprünglich geplante weitere Funktionen wie elektronische Patientenakten oder das Abwickeln von Rezepten wurden zunächst zurückgestellt.

Für Versicherte, die derzeit keine elektronische Gesundheitskarte haben, gilt bis Ende September noch eine Übergangsfrist. Arztbesuche und Behandlungen können in diesen Fällen über die alte Karte abgerechnet werden, sofern diese noch eine Gültigkeit über den 31. Dezember 2013 hinaus hatte. Der Arzt oder Therapeut muss die alte Versichertenkarte allerdings nicht zwingend akzeptieren.

Laut Kassen-Verband wird kein Versicherter, der ohne Karte zum Arzt geht, wieder nach Hause geschickt. Er muss aber binnen zehn Tagen nach der Behandlung einen gültigen Versicherungsnachweis nachreichen. Ansonsten ist der Arzt berechtigt, dem Versicherten die Behandlungskosten privat in Rechnung zu stellen. Erstattet werden die Kosten nur dann, wenn spätestens bis zum Ende des Quartals ein entsprechender Versicherungsnachweis vorliegt.

(xity, AFP)


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