14.10.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Hundert Parteifunktionäre stellen sich gegen Rechtaußen Höcke

Hundert Parteifunktionäre stellen sich gegen Rechtaußen Höcke

Politiker wenden sich in Appell gegen "Personenkult" um Flügel-Mann

Gegen den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden und Rechtsaußen Björn Höcke formiert sich innerhalb der AfD breiter Widerstand.

Berlin - In einem am Mittwoch bekannt gewordenen Appell warfen hundert teils prominente AfD-Politiker Höcke Spaltungstendenzen vor und "Personenkult" vor.

Höcke sei als Thüringer Landeschef "nicht demokratisch legitimiert, für die AfD als Gesamtpartei zu sprechen". "Die AfD ist und wird keine Björn-Höcke-Partei", heißt es in dem Aufruf "Für eine geeinte und starke AfD", der AFP vorlag. Die überwiegend bürgerliche Mitgliedschaft von mehr als 35.000 Personen lehne "den exzessiv zur Schau gestellten Personenkult um Björn Höcke" ab.

Wenn Höcke als "Anführer" des rechtsnationalen Flügels den Anspruch erhebe, für die AfD als Gesamtpartei zu sprechen, "leistet er dem um sich greifenden Verdacht Vorschub, dass es ihm in erster Linie um den 'Flügel' und nicht um die AfD geht", heißt es weiter.

Unterschrieben wurde der Appell unter anderem von mehreren Mitgliedern des AfD-Bundesvorstands und mehreren Landesvorsitzenden, darunter die Vize-Bundesvorsitzenden Georg Pazderski, Kay Gottschalk und Albrecht Glaser sowie Bundesschatzmeister Klaus Fohrmann.

Höcke hatte Berichten zufolge am vergangenen Wochenende auf dem jährlichen Kyffhäusertreffen der radikalen Rechten Bundesvorstand und Schiedsgerichte der AfD attackiert und angedeutet, selbst für den Vorstand zu kandidieren. Mit seiner Rede habe Höcke "die innerparteiliche Solidarität verletzt und ist damit unseren Wahlkämpfern und Mitgliedern in den Rücken gefallen", kritisieren die AfD-Funktionäre in ihrem Papier. Höcke habe "spaltende Kritik" geäußert und sogar "ihm nicht genehme Mitglieder aufgefordert, die Partei zu verlassen".

(xity, AFP)


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