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Huber für rasche Regelung von Seehofer-Nachfolge in CSU

Ex-Parteichef: Die Zeit der einsamen Ansagen ist vorbei

Der frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber geht mit Parteichef Horst Seehofer ins Gericht.

Berlin - "Die CSU muss die Weichen stellen für die Zeit nach Seehofer", sagte Huber dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Spätestens zur Bundestagswahl 2017 müsse die neue Mannschaft stehen.

Der Parteichef habe die Übergangsphase zu gestalten, "aber nicht allein nach seiner persönlichen Lebensplanung", sagte Huber. Die Zeit der einsamen Ansagen sei vorbei. Der frühere CSU-Chef plädierte zudem dafür, sich bei der Suche nach einem Nachfolger nicht "auf die von Seehofer installierten Kronprinzen" zu beschränken. "Die Nachfolgefrage geht uns alle in der Partei an", sagte Huber.

Er kritisierte auch den Europawahlkampf der CSU scharf. "Die Leute wussten nicht: Ist die CSU für Europa oder dagegen?", sagte Huber. Der Spagat sei zu groß gewesen. So hätten einige das Spiel der eurokritischen AfD betrieben, die EU und den Euro bekämpft oder herabgesetzt.

Das Wahlergebnis spiegele auch die Irritationen mit der CSU-Europapolitik der vergangenen Jahre wider, zeigte sich der frühere Parteichef überzeugt. So habe die CSU am Ende im Bundestag den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Euro-Rettung mitgetragen. "Das war im Ergebnis richtig, aber die Krawallrhetorik bis vor der Wahl passte nicht dazu", kritisierte Huber.

Die CSU war bei der Wahl zum Europaparlament in Bayern von 48,1 Prozent im Jahr 2009 auf 40,5 Prozent abgerutscht. Es war ihr schlechtestes landesweites Ergebnis seit 60 Jahren.

(xity, AFP)


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