09.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Homo-Ehe: Geißler gegen Fraktionszwang bei Abstimmung

Homo-Ehe: Geißler gegen Fraktionszwang bei Abstimmung

CDU-Politiker: Ehe für alle ist ein wichtiges Zeichen

In der Debatte um die Homo-Ehe hat der CDU-Politiker Heiner Geißler an seine Partei appelliert, die Abstimmung im Bundestag frei zu geben.

Berlin - Es handele sich um eine Gewissensfrage, in der es keinen Fraktionszwang geben dürfe, sagte Geißler der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Die Ehe für alle ist ein wichtiges Zeichen", betonte er.

Die Homo-Ehe tauge "natürlich nicht, wenn man sie naturrechtlich definiert als Basis für Mann und Frau, um Nachkommenschaft zu erzeugen", sagte der ehemalige CDU-Generalsekretär. Es gebe aber zahlreiche verheiratete Männer und Frauen, die gar nicht die Absicht hätten, Kinder zu zeugen. "Aber wenn die Ehe nur dann eine Ehe wäre, wenn Kinder da sein sollen, dann wäre eine Ehe zwischen 60- und 70-Jährigen ja auch naturwidrig", sagte Geißler.

Der CDU-Politiker verwies auch auf das Problem häuslicher Gewalt in der Familie. Über ein Drittel der Frauen habe nach jüngsten Untersuchungen in der Ehe Gewalt meist sexueller Art erfahren, womit die Ehe auch "ein gefährlicher Ort" sein könne.

Der Bundesrat hatte den Bundestag am Freitag in einer Resolution aufgefordert, die Ehe auch für schwule und lesbische Paare zu öffnen. Dafür solle das Bürgerliche Gesetzbuch geändert werden, wodurch auch das volle gemeinschaftliche Adoptionsrecht geschaffen werde. Die Union lehnt im Gegensatz zur SPD eine völlige Gleichstellung ab.

(xity, AFP)


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