23.03.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Hohe Abzüge bei der Mütterrente

Hohe Abzüge bei der Mütterrente

15 Prozent der Frauen von Kürzungen betroffen

Die erst im Sommer eingeführte Mütterrente wird einem ARD-Bericht zufolge in vielen Fällen gekürzt.

Berlin - Von Abschlägen seien 15 Prozent der bezugsberechtigten Frauen, also 1,45 Millionen, betroffen, berichtete das ARD-"Mittagsmagazin" unter Berufung auf eine Berechnung der Deutschen Rentenversicherung. Grund dafür ist demnach unter anderem die Anrechnung des eigenen Einkommens auf Witwen- und Witwerrenten.

Zu dieser Anrechnung komme es, wenn die eigenen Einkünfte aus Rente oder sonstigen Einnahmen einen Freibetrag überschreiten, berichtete das Magazin. Dieser Freibetrag liege im Westen bei 755,30 und im Osten bei 696,70 Euro. Jeder Euro darüber verringere dann die Witwen- oder Witwerrente um 40 Cent. Das führe dazu, dass die Frauen ihre Mütterrente nicht in voller Höhe, sondern nur zum Teil erhielten.

Manche Renterinnen gehen laut den Berechnungen sogar leer aus. Wer von Grundsicherung lebe, erhalte zwar die Mütterrente. Der Betrag werde jedoch in gleichem Umfang von der Grundsicherung wieder gekürzt. "Das heißt, der Staat steckt den Müttern in die linke Tasche einen Betrag rein (...) und mit der gleichen Hand holt er sich diesen Betrag aus der rechten Manteltasche wieder raus", sagte der Direktor des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik der Hochschule Koblenz, Stefan Sell, dem ARD-"Mittagsmagazin".

Die im Rahmen des Anfang Juli in Kraft getretenen Rentenpakets der Bundesregierung verbesserte Mütterrente sieht vor, dass Frauen für vor 1992 geborene Kinder einen zusätzlichen Renten-Entgeltpunkt bekommen. Das entspricht einem Plus von 28,61 Euro pro Monat und Kind im Westen und 26,39 Euro im Osten.

(xity, AFP)


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