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Hofreiter will die Grünen nach links rücken

Fraktionschef zweifelt aber an Interesse der SPD an Rot-Rot-Grün

Gut 15 Monate vor der Bundestagswahl will Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter seine Partei auf einen rot-rot-grünen Kurs ausrichten.

Berlin - Er kämpfe dafür, "dass linke, progressive Inhalte in unserer Gesellschaft mehrheitsfähig sind", sagte Hofreiter am Freitag der Online-Ausgabe der Wochenzeitung "Zeit". "Und dann versuche ich, auch parlamentarische Mehrheiten dafür zu bekommen."

Er führe regelmäßig Gespräche mit den Führungsfiguren der Linkspartei, "am liebsten unter vier Augen, die bringen am meisten", sagte Hofreiter. Die Grünen seien eine Partei der linken Mitte. Seine Partei verteidige eine offene Gesellschaft und gehe dafür auch auf die Straße. "Wir kämpfen für die Rechte von Minderheiten und Geflüchteten, gegen die Spaltung der Gesellschaft und gegen Ausgrenzung", fügte er hinzu.

Zugleich zweifelte Hofreiter an einem Linksschwenk der SPD - trotz wiederholter Äußerungen von Parteichef Sigmar Gabriel in diese Richtung. Gabriel habe "schon so viele wilde Zickzackbewegungen in den letzten zweieinhalb Jahren durchgemacht, dass ich nicht weiß, ob dieser Linksschwenk auch morgen noch gilt". Der SPD-Vorsitzende hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, dass seine Partei sich wieder stärker den sozialen Kernthemen der Sozialdemokraten widmen wolle.

Er glaube nicht, dass die SPD "ernsthaft" für eine rot-rot-grüne Bundesregierung 2017 kämpfe, sagte Hofreiter. "Die SPD müsste endlich anfangen, mit der Linkspartei zu reden, statt sich weiter nur in der großen Koalition einzurichten", forderte der Grünen-Fraktionschef.

(xity, AFP)


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