Hochschulen warnen vor Folgen eines britischen EU-Austritts für Wissenschaft

Hochschulrektorenpräsident: Ausscheiden Großbritanniens wäre "verheerend"

Die Hochschulrektorenkonferenz warnt vor den Folgen eines Austritts Großbritanniens aus der EU für Forschung und Wissenschaft. Beide Länder profitierten enorm vom Austausch von Studenten und Wissenschaftlern und von der Forschungszusammenarbeit.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat vor den Folgen eines Austritts Großbritanniens aus der EU für Forschung und Wissenschaft gewarnt. Ein Brexit wäre "verheerend für die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Forschern in Deutschland und ganz Europa", erklärte HRK-Präsident Horst Hippler am Donnerstag bei einem Treffen der Präsidien der Rektorenkonferenzen Deutschlands und Großbritanniens in Berlin.

Beide Länder profitierten enorm vom Austausch von Studenten und Wissenschaftlern und von der außerordentlich engen Forschungszusammenarbeit, zeigte sich Hippler überzeugt. Die Europäische Union biete den Rahmen für die erfolgreiche Kooperation britischer und deutscher Hochschulen. "Neue Grenzen würden uns um Jahre zurückwerfen", warnte der HRK-Präsident.

Die Präsidentin der britischen Rektorenkonferenz, Julia Goodfellow, erinnerte daran, dass heute ein Großteil der weltweiten Spitzenforschung von Teams geleistet werde, die grenzüberschreitend zusammenarbeiteten. EU-Programme wie Erasmus böten tausenden Studenten und Wissenschaftlern die Möglichkeit, im europäischen Ausland zu studieren und zu forschen. Sie erweiterten dadurch nicht nur ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, sondern trügen auch zu einem besseren Verständnis zwischen Menschen und Kulturen bei.

"Die Hochschulrektoren beider Länder sind sich einig, dass diese Art der Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist und aufrechterhalten werden muss", erklärte Goodfellow. Das Referendum über einen EU-Austritt Großbritanniens findet am 23. Juni statt.

© 2016 AFP