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Hillary Clinton: "Putin kann gefährlich sein"

Gauck beklagt Zustände in Russland

Im Ukraine-Konflikt hält es die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton für geboten, den russischen Staatschef Wladimir Putin in die Schranken zu weisen.

Berlin - "Ich glaube, er kann gefährlich sein. Ein Mann wie Putin geht immer bis an die Grenzen", sagte Clinton der "Bild am Sonntag". Nötig sei eine "klare Botschaft" an den Kremlchef. "Seine jüngste Aggression in der Ukraine" müsse mit einer gemeinsamen Reaktion des Westen beantwortet werden. "Wir können nicht zulassen, dass ein politischer Führer die Grenzen Europas nach dem Zweiten Weltkrieg neu zieht."

Die Mehrheit der Ukrainer wolle in einem unabhängigen Land leben, das eine Brücke zwischen dem Westen und Russland darstelle, sagte Clinton. Vor allem junge Menschen wollten sich stärker an Europa orientieren. Clinton, der Ambitionen auf die Nachfolge von US-Präsident Barack Obama nachgesagt werden, will am Sonntag in Berlin ihr neues Buch "Entscheidungen" (Originaltitel: "Hard Choices") vorstellen.

Bundespräsident Joachim Gauck äußerte sich im ZDF-Sommerinterview skeptisch mit Blick auf diejenigen, die im Ukraine-Konflikt Verständnis für Putin zeigten. "Ich glaube, wenn die Berichte intensiver wären über das, was das Leben in Russland prägt, Rechtsunsicherheit, schwieriger Umgang mit Minoritäten, Verletzung des Völkerrechts und ein sehr unausgeglichenes Verhältnis zwischen Arm und Reich - wenn unsere Bevölkerung das so genau wahrnehmen würde, würde sie das glaube ich nicht gut finden", sagte Gauck. Das ZDF sendete am Samstagabend Ausschnitte aus dem Interview, das am Sonntag ausgestrahlt wird.

Seit Monaten beherrscht der Ukraine-Konflikt die politische Tagesordnung in Europa. Eine proeuropäische Protestbewegung hatte im Februar zum Sturz des prorussischen Staatschefs Viktor Janukowitsch geführt. Russland wird von westlichen Regierungen beschuldigt, mit der Annexion der Halbinsel Krim Völkerrecht gebrochen zu haben und die Separatisten im Osten des Landes im Kampf gegen die Regierung in Kiew zu unterstützen. Bemühungen um eine dauerhafte Waffenruhe sind bisher gescheitert.

(xity, AFP)


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