22.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Hilfswerk kritisiert Kinderfeindlichkeit in Deutschland

Hilfswerk kritisiert Kinderfeindlichkeit in Deutschland

Nationales Programm gegen Kinderarmut gefordert

In Deutschland herrscht nach Einschätzung des Deutschen Kinderhilfswerk immer noch Kinderfeindlichkeit.

Berlin - Kinder würden von der Gesellschaft nach wie vor als Störfaktor empfunden, sagte der Präsident des Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Daran habe sich auch 25 Jahre nach der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention nichts geändert.

Mütter würden in Deutschland aus Restaurants herausgeworfen, weil sie ihre Säuglinge stillten oder ihre Babys zu laut schrien, kritisierte Krüger. In manchen Cafés hingen "Kinderwagen-Verboten"-Schilder, Fluggesellschaften würden Werbung für kinderfreie Zonen machen. Angesichts dessen müsse sich die Bundesregierung stärker als bisher um die Bedürfnisse und Interessen von Kindern kümmern.

Außerdem müsse es ein nationales Programm gegen Kinderarmut geben, forderte Krüger. So sei eine ausgewogene Ernährung mit den aktuellen Hartz-IV-Sätzen für Kinder nicht möglich. Der Hartz-IV-Regelsatz sehe für Essen nur 2,57 Euro vor, Forscher hätten aber ermittelt, dass für ein 15-jähriges Kind im Discounter täglich 4,68 Euro oder im Supermarkt 7,44 Euro ausgegeben werden müssten, um es gut zu ernähren. Als Folge der schlechteren Kost litten arme Kinder häufiger an Karies, Infektionen, Asthma, Fettleibigkeit, Kopf- und Rückenschmerzen. Dies hätten zahlreiche Untersuchungen ergeben, sagte der Präsident des Kinderhilfswerks.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH