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Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" verzeichnet größeren Zulauf

Mit 55.000 Kontakten 2015 elf Prozent mehr als im Vorjahr

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist im vergangenen Jahr deutlich häufiger kontaktiert worden als 2014.

Berlin - Rund 55.000 Hilferufe und damit elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum nahm das Hilfetelefon 2015 entgegen, wie das Bundesfamilienministerium am Montag mitteilte. Im dritten Jahr seines Bestehens unterstützte das Angebot vergangenes Jahr rund 14.400 von Gewalt betroffene Frauen durch Beratung oder direktes Eingreifen.

Mit beinahe 70 Prozent war der Zuwachs der Beratungsangebote in einer Fremdsprache 2015 besonders deutlich. Mehr als 900 Mal erhielten von Gewalt Betroffene Unterstützung mit Hilfe von Dolmetscherinnen, wobei Angebote in Polnisch und Arabisch am häufigsten nachgefragt wurden. Das Hilfetelefon bietet Frauen ohne gute Deutschkenntnisse Beratung in insgesamt 15 Sprachen.

"Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen", kommentierte Helga Roesgen, Chefin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, den Zuwachs der Kontaktaufnahmen mit dem Hilfetelefon. Derartige Angebote zu nutzen sei Voraussetzung dafür, dass den Frauen geholfen werden könne, betonte sie.

Dem Familienministerium zufolge haben rund 35 Prozent aller Frauen schon einmal körperliche beziehungsweise sexuelle Gewalt erfahren, ein Viertel davon durch ihren Ehepartner. Allerdings wende sich anschließend nur jede fünfte Betroffene an eine Unterstützungseinrichtung.

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr kostenlos erreichbar. Von Gewalt Betroffene können sich telefonisch unter der 08000 116 016 oder im Internet unter www.hilfetelefon.de anonym beraten lassen.

(xity, AFP)


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