10.04.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Heute ist Weltwassertag

Heute ist Weltwassertag

Umwelthilfe fordert Maßnahmen für Sauberkeit

Anlässlich des Weltwassertages am 22. März fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mehr Anstrengungen für saubere Gewässer in Deutschland.

Berlin - Verunreinigungen mit Altmedikamenten, Nitrat und Abbauprodukten aus chemischen Kältemitteln gefährden laut Deutscher Umwelthilfe die Gewässerqualität und machen die Aufbereitung von Wasser zunehmend aufwändig und teuer. Die Kosten tragen die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Ein besonderes Risiko für Mensch und Umwelt stellen Abbaustoffe chemischer Kältemittel aus Klimaanlagen dar: Sie können über herkömmliche Reinigungsmethoden nicht aus den Abwässern entfernt werden und reichern sich so immer weiter an. An immer mehr Messstellen in der Luft und in Gewässern weisen Forscherinnen und Forscher den Schadstoff Trifluoressigsäure (TFA) nach.

TFA dient als Grundstoff für verschiedene Arznei- und Pflanzenschutzmittel und entsteht als Abbauprodukt bei der Herstellung und Nutzung des chemischen Kältemittels R1234yf, das seit einigen Jahren in PKW-Klimaanlagen verwendet wird. Das chemisch instabile Produkt zerfällt in der Atmosphäre und bildet die Säure, die wiederum sehr stabil ist. TFA ist extrem wasserlöslich, algengiftig und in der Umwelt schwer abbaubar. Über Niederschläge gelangt die Säure in Gewässer und reichert sich hier über die Zeit an. Die DUH fordert deshalb ebenso wie das Umweltbundesamt, das Kältemittel R1234yf nicht weiter in Fahrzeugklimaanlagen zu verwenden.

Eine weitere große Belastung für die Gewässer in Deutschland sind Arzneimittelrückstände. Allein auf dem deutschen Arzneimittelmarkt sind etwa 3.000 Wirkstoffe verfügbar. Rund 43 Prozent der Deutschen entsorgen zumindest gelegentlich flüssige Arzneimittel in der Toilette oder dem Waschbecken. Bei Tabletten nutzen rund 15 Prozent gelegentlich die Toilette zur Entsorgung. Die meisten Medikamente können von den Kläranlagen nicht gefiltert werden. Die Folge ist ein Arzneimittelcocktail im Wasser. Vielen Menschen sind die negativen Folgen für den Wasserkreislauf nicht bewusst. Bislang nachgewiesene Langzeitrisiken sind beispielsweise Antibiotikaresistenzen.

Die intensive Landwirtschaft führt laut Deutscher Umwelthilfe in vielen Regionen zur Überdüngung - vor allem in denen mit intensiver Viehwirtschaft, mit der ein Anstieg der Nitratkonzentration im Boden einhergeht. Das Nitrat, das Pflanzen nicht mehr aufnehmen können, gelangt ins Grundwasser. An über 27 Prozent der Grundwassermessstellen in Deutschland wird der Grenzwert von 50 mg/l überschritten. Nitrat im Trinkwasser birgt gesundheitliche Risiken. Deshalb hat die DUH in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen im November 2019 Klage für sauberes Wasser eingereicht.



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