Heute ist Welttierschutztag 2021

Tierischer Familienzuwachs verändert das Leben

Heimtiere genießen in Deutschland einen hohen Stellenwert und haben sich in der Corona-Pandemie einmal mehr als wichtige Beziehungspartner für viele Menschen erwiesen.

Wiesbaden - Nahezu jeder zweite Haushalt und zwei Drittel aller Familien mit Kindern leben mit Heimtieren. Doch egal ob Hunde, Katzen, Zierfische oder Rennmäuse - ein tierischer Familienzuwachs verändert das Leben stark und zwar ein Tierleben lang.

Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober mahnt der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) deshalb zu einer verantwortungsbewussten Anschaffung von Heimtieren: "Potenzielle Tierhalter und alle Eltern, deren Kinder sich ein Heimtier wünschen, sollten sich fragen: Passen die Bedürfnisse des Tieres zum Lebensstil der Familie? Wer betreut das Tier während des Urlaubes oder während der Berufstätigkeit? Kenne ich den Aufwand und die Kosten für die tägliche Pflege beziehungsweise will und kann ich mich ihm ein Tierleben lang widmen?", rät ZZF-Präsident Norbert Holthenrich. "Werden diese Fragen nicht geklärt, fühlen Tierhalter sich möglicherweise überfordert und die Tiere sind am Ende die Leidtragenden", gibt Holthenrich zu bedenken.

Bei einigen Heimtieren müssten Tierhalter sich auf einige Jahrzehnte verantwortungsvolle Pflege einstellen:

Die Wohnungskatze wird bis zu 20 Jahre alt. Freigänger können zehn bis 15 Jahre alt werden. Das durchschnittliche Lebensalter von Hunden liegt etwa bei acht bis 15 Jahren. Hunde kleinerer Rassen genießen in der Regel ein längeres Leben als größere Hunde. Zwergkaninchen leben fünf bis zehn Jahre, Meerschweinchen etwa sechs bis acht. Bei Goldhamstern und Mäusen können Tierhalter mit einem Lebensalter von zwei bis drei Jahren rechnen. Wüstenrennmäuse werden drei bis vier Jahre alt.

Bei Ziervögeln gilt die Faustregel: Je größer sie sind, desto älter werden sie. Bei guter Pflege können Papageien 50 Jahre und älter werden. Wellensittiche haben eine Lebenserwartung von zehn bis 15 Jahren, Kanarien und Finken von etwa sieben bis zehn Jahren.

Große Altersunterschiede gibt es bei den Zierfischen und Reptilien. So werden die sogenannten Saisonfische wie einige Arten der Killifische ein bis zwei Jahre alt, andere Arten wie zum Beispiel einige Welse dagegen bis zu 30 Jahre.

Europäische Landschildkröten leben durchschnittlich 40 bis 60 Jahre, Schlangen je nach Art fünf bis 40 Jahre. Eine Kornnatter kann beispielsweise rund 20 Jahre alt werden. Kürzere Lebenserwartungen haben Wirbellose wie zum Beispiel Käfer. Das Larvenstadium dauert teilweise länger als das Leben als ausgewachsener Käfer.

"Je länger Heimtier und Mensch zusammenleben und je älter ein Tier wird, desto vertrauensvoller wird die Beziehung und desto mehr fördert sie bei einer tiergerechten Haltung das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Menschen", erklärt Holthenrich. Für Halter, die sich nicht lange binden wollen, sei jedoch ein Heimtier mit einer etwas geringeren Lebenserwartung geeigneter.