18.04.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Hendricks will EU-Emissionshandel wieder in Gang bringen

Hendricks will EU-Emissionshandel wieder in Gang bringen

Ministerin: "Backloading"-Zertifikate vom Markt nehmen

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will den derzeit weitgehend wirkungslosen EU-Emissionshandel wieder in Gang bringen.

Berlin - Wenn man Klimaschutz marktwirtschaftlich betreiben wolle, müsse man "auch dafür sorgen, dass diese Instrumente funktionieren", sagte Hendricks dem Portal "klimaretter.info". Solange es für die Wirtschaft billiger sei, Tonnen von CO2 auszustoßen, als in Vermeidung zu investieren, "haben wir einen Emissionshandel, bei dem zwar Geld hin- und hergeschoben wird, aber nichts für den Klimaschutz herausspringt".

Die Ministerin sprach sich dafür aus, EU-weit 900 Millionen CO2-Zertifikate, die im Rahmen des sogenannten "Backloading" bereits vorübergehend eingezogen worden waren, dauerhaft vom Markt zu nehmen. Dies sei das Mindeste, was erforderlich sei, denn "insgesamt sind zwei Milliarden Zertifikate zu viel auf dem Markt".

Der Preis für den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid liegt derzeit wegen des Überangebots auf dem Markt bei nur etwa fünf Euro, wesentlich weniger als nach Ansicht von Experten für eine hinreichende Lenkungswirkung erforderlich. So waren in Deutschland die Emissionen trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien zuletzt wieder gestiegen. Grund ist der Boom vergleichsweise billigen Stroms aus Kohle.

Diskutiert werden vor diesem Hintergrund auch ein Mindestpreis für CO2-Zertifikate oder Obergrenzen für den Treibhausgasausstoß. Entsprechende Vorstöße gibt es inzwischen auch in den USA und China.

(xity, AFP)


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