24.04.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Hendricks kündigt mehr Anstrengungen für Klima an

Hendricks kündigt mehr Anstrengungen für Klima an

Ministerin verweist auf Aktionsplan im November

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat bei UN-Klimagesprächen ein verstärktes deutsches Engagement für den Klimaschutz zugesichert.

Berlin - Zusätzliche Anstrengungen seien notwendig, um das nationale Ziel zu erreichen, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern, sagte Hendricks in ihrer Rede auf der Klimakonferenz in Bonn. Für konkrete Maßnahmen und deren Umsetzung verwies die Ministerin auf den von ihr für November angekündigten Aktionsplan für Klimaschutz.

Hendricks bekräftigte die deutsche Zusage, einen substanziellen Beitrag zur Finanzierung des internationalen Grünen Klimafonds zu leisten, der vor allem Entwicklungsländer beim Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels unterstützen soll. Der Bundestags-Haushaltsausschuss hatte nach SPD-Angaben in der Nacht zugestimmt, dafür in den kommenden Jahren 750 Millionen Euro bereitzustellen. Die 40-Prozent-Reduktion bis 2020 bezeichnete Hendricks als eine Etappe auf dem Weg, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2050 um 80 bis 95 Prozent zu verringern.

Die Konferenz in Bonn soll einen weltweiten Klimapakt für die Zeit nach 2020 vorbereiten. Dieser soll kommendes Jahr in Paris verabschiedet werden. Dieses Ziel wurde auch von Hendricks noch einmal bekräftigt. Sie warnte allerdings auch vor zu hohen Erwartungen. Einen "big bang" werde es in Paris nicht geben, sagte die Ministerin. Es solle jedoch auch nicht die Chance auf "bedeutende Schritte vorwärts" heruntergespielt werden.

Die Umweltorganisation Germanwatch wertete die Rede von Hendricks wie auch den gesamten Verlauf der Konferenz am Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn positiv. Ihr Politischer Geschäftsführer Christoph Bals sprach von "positiven Signalen", die allerdings noch "in den nächsten Monaten mit Leben gefüllt werden müssen". Vor allem müsse nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Initiative ergreifen, "um den globalen Klimaschutz zum Erfolg zu führen".

Insgesamt gibt es laut Germanwatch eine "neue Dynamik" für das in Paris geplante Abkommen, seitdem US-Präsident Barack Obama ebenso wie die chinesische Regierung mehr Anstrengungen für den Klimaschutz angekündigt haben. Bals kritisierte allerdings, dass Merkel anders als andere Staats- und Regierungschefs nicht an dem von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon für September in New York angesetzten Klimagipfel teilnehmen will.

(xity, AFP)


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