15.11.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Hendricks: Kampf gegen Erwärmung wichtiger als Anpassung

Hendricks: Kampf gegen Erwärmung wichtiger als Anpassung

Klimaforscher: Zwei-Grad-Ziel kaum noch erreichbar

Umweltministerin Hendricks gibt dem Kampf gegen die Erderwärmung weiterhin Vorrang vor der Anpassung an deren Folgen.

Berlin - "Eine verantwortungsvolle Klimapolitik muss erstens weiterhin alles tun, um den Klimawandel zu bekämpfen und damit seine Folgen soweit es geht zu begrenzen", sagte Hendricks der "Neuen Osnabrücker Zeitung". An zweiter Stelle müsse sie sich allerdings "auch auf die bereits heute unvermeidbaren Folgen von Klimaveränderungen vorbereiten". Dabei gelte jedoch der Satz: "Anpassung wird teurer als Vermeidung".

Pessimistisch äußerte sich der Kieler Klimaforscher Mojib Latif. Er warf den Politikern vor, sie hätten sich "längst von der Klimarettung verabschiedet". Latif wies in der "NOZ" darauf hin, dass der CO2-Ausstoß seit 1990 nicht nur nicht gesunken sei, sondern vielmehr um rund 60 Prozent zugenommen habe. Die offiziell von der Staatengemeinschaft anvisierte Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad sei daher bereits jetzt eine Illusion.

Der Weltklimarat IPCC stellt am Montag im japanischen Yokohama den zweiten Teil seines neuen Sachstandsberichts vor, in dem es um Gefahren und Risiken durch die Erderwärmung sowie um mögliche Anpassungsmaßnahmen geht. Latif verwies auf das Paradox, dass die Politik angesichts dieser Gefahren weitgehend untätig bleibe, während an anderer Stelle bereits konkrete Konsequenzen gezogen würden. So befasse sich das US-Militär schon mit Auswirkungen des Klimawandels auf die globale Sicherheitslage.

Die einzige Hoffnung für ein Umsteuern sieht der Klimaforscher in neuen technologischen Entwicklungen: Nur eine "technische Revolution, die in absehbarer Zeit eine Loslösung von fossilen Energieträgern ermöglicht", könne den Klimawandel spürbar bremsen.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH