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Haus der Seidenkultur öffnet wieder

Umbauarbeiten haben rund 350 000 Euro gekostet

Das Krefelder Haus der Seidenkultur wird nach zweieinhalb Jahren Umbau- und Sanierungsarbeiten am Freitag, 4. April 2014, mit der Sonderausstellung "Zeitsprünge edler Seiden" wiedereröffnet.

Krefeld - Das privat geführte Museum in einer ehemaligen Paramenten-Weberei zeigt künftig neben der historischen Herstellung von Stoffen an teils 200 Jahre alten Jacquard-Webstühlen auch Wechselausstellungen zu aktuellen textilen Themen. Durch den Umbau konnte zusätzliche Ausstellungsfläche gewonnen werden, die mehr Raum für eine Dauerpräsentation bietet. Zudem konnten ein Museumsshop und eine Bibliothek eingerichtet werden. Das Museum musste vor drei Jahren wegen Brandschutzmängeln geschlossen werden. Während der Sanierung wurden außerdem statische Probleme entdeckt. Die bisherigen Baukosten von rund 350 000 Euro konnten größtenteils durch Spenden finanziert werden.

In einem professionellen Umfeld präsentiert das Haus der Seidenkultur ab kommenden Monat die textile Vergangenheit und Gegenwart der Samt- und Seidenstadt Krefeld. Wo früher liturgische Gewänder für Priester und Bischöfe angefertigt wurden, ist ein modernes Museum entstanden, das auch in Zukunft durch ehrenamtliche Kräfte betrieben wird. "Wir wollen das Haus als ein lebendiges Museum erhalten“, so Hansgeorg Hauser, Vorstandsvorsitzender des Vereins Haus der Seidenkultur. Im Erdgeschoss der ehemaligen Paramentenweberei Hubert Gotzes an der Luisenstraße wurde ein Shop samt Bistro und Kassenbereich eingerichtet. Von dort könne nur eine Aufsichtsperson das gesamte Haus per Video überwachen und durch eine neue Tonanlage Besucher ansprechen. Vom Shopbereich gelangen die Besucher in zwei Räume, die für Wechselausstellungen vorgesehen sind. In Parterre befindet sich ebenfalls ein Medienraum. Dort soll unter anderem die Museumspädagogik stattfinden. Im angrenzenden Garten ist ein "Färber-Garten“ mit Pflanzen zum Färben von Stoffen geplant. Im Erdgeschoss erinnern "Zitate“ an die einstige Einrichtung: alte Tapeten sind noch sichtbar oder ein Teil des Mauerwerks.

Im statisch ertüchtigten Websaal im ersten Obergeschoss stehen acht 100 bis 200 Jahre alte Webstühle. "Es ist die letzte funktionierende Jacquard-Weberei nördlich der Alpen, eigentlich in Europa“, sagt Hauser. Auf dieser Ebene befindet sich auch der sogenannte "Paramentenraum“, der eine Krefelder Fronleichnam-Prozession thematisiert, und ein Raum, in dem Produktionsschritte wie das Zeichnen und das Lochen der Karten für die Jacquard-Webstühle erläutert werden. Dort wird ebenso die Bibliothek des Museums mit rund 2000 Bänden einen Platz finden. Zur Sicherheit wurde im ersten Obergeschoss ein zweiter Rettungsweg, eine Treppe in den Garten, installiert. Auf der Agenda steht noch die denkmalgerechte Fassadensanierung des 1868 erbauten Hauses. Dafür benötigt der Förderverein allerdings einige 10 000 Euro.

Beim Presserundgang bedankte sich Hauser bei allen Helfern, Krefelder Vereinen sowie den über 100 Spendern (Spendensumme 330 000 Euro), welche die Sanierung erst ermöglicht und das Haus der Seidenkultur unterstützt haben. In den vergangenen Jahren habe es dennoch sehr viele "Wellenbewegungen“ gegeben, meinte Hauser über die Hochs und Tiefs. Vor allem die zahlreichen Spender und ehrenamtlichen Mitstreiter und deren unermüdliches Engagement hätten ihn jedoch nie aufgeben lassen. "Hier wird gekämpft und es wird ein gutes Ende haben“, so Hauser. Ein herzlicher Dank ging an den Verein Werkhaus, der dem Haus der Seidenkultur im Südbahnhof eine zwischenzeitliche Bleibe für Aktivitäten und Treffen ermöglichte. Dort konnten die ehrenamtlichen Kräfte auch einen neuen und jungen Personenkreis für das Haus der Seidenkultur erreichen.

Das Haus der Seidenkultur eröffnet sein saniertes Haus am Freitag, 4. April 2014, mit der Sonderausstellung "Zeitsprünge edler Seiden“ in Zusammenarbeit mit dem Modehaus Schinke Couture. Die Ausstellung dauert bis zum 3. August 2014. Das Museum an der Luisenstraße 15 öffnet künftig mittwochs, donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt vier, ermäßigt drei Euro. Am ersten und dritten Sonntag eines Monats finden um 15 Uhr Führungen statt (Kosten sieben Euro). Weitere Informationen stehen im Internet unter www.seidenkultur.de.

Das Krefelder Haus der Seidenkultur wird nach zweieinhalb Jahren Umbau- und Sanierungsarbeiten am Freitag, 4. April 2014, mit der Sonderausstellung "Zeitsprünge edler Seiden“ wiedereröffnet. Hansgeorg Hauser (l.), Vorstandsvorsitzender des Vereins Haus der Seidenkultur, und das Krefelder Original "Meister Ponzelar" im neuen Paramentenraum. (Foto: Stadt Krefeld)


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