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Hannelore Kraft bittet NSU-Opfer um Vergebung

NRW-Ministerpräsidentin: "Unentschuldbar blind gewesen"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD)hat sich zehn Jahre nach dem Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße bei den Opfern des NSU-Terrors für die jahrelangen falschen Verdächtigungen entschuldigt.

Düsseldorf - "Wir können nur um Vergebung bitten, so lange so unentschuldbar blind gewesen zu sein", sagte Kraft dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die Ermittler waren lange von einem kriminellen Hintergrund des Attentats vom 9. Juni 2004 ausgegangen. Erst nach dem Auffliegen des NSU im November 2011 wurde offenkundig, dass der Anschlag zur Verbrechensserie der rechtsextremen Terrorzelle zählte. Bei dem Bombenattentat in der überwiegend von Türken bewohnten Keupstraße in Köln-Mülheim waren 22 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer.

Kraft kündigte an, die NRW-Regierung und die Ermittlungsbehörden würden nach der geplanten Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Düsseldorfer Landtag alles Notwendige zur Aufklärung der Untaten des NSU beitragen. "Wo es Fehler, Pannen, Versäumnisse und mögliche Vertuschungen gab, müssen diese offen benannt und die Konsequenzen gezogen werden", erklärte die Ministerpräsidentin. "Das sind wir insbesondere den Opfern und ihren Angehörigen schuldig."

Die SPD-Politikerin warnte zugleich davor, die Gefahr durch Neonazis zu unterschätzen. "Wir sollten uns auch nichts vormachen: Wir müssen wachsam bleiben. Der braune Bodensatz ist immer noch da."

Zum zehnten Jahrestag des Bombenanschlags in der Keupstraße findet am Pfingstwochenende in Köln-Mülheim ein Kunst- und Kulturfest statt, zu dem bis zu 100.000 Besucher erwartet werden. Unter dem Motto "Birlikte" (türkisch: "Zusammenstehen") soll das Fest an die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle NSU erinnern und ein Zeichen der Solidarität von Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund setzen. An der zentralen Kundgebung am Pfingstmontag mit prominenten Künstlern wie Udo Lindenberg und Peter Maffay will auch Bundespräsident Joachim Gauck teilnehmen.

(xity, AFP)


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