17.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Handwerksverband gegen Mindestlohn ab 18 Jahren

Handwerksverband gegen Mindestlohn ab 18 Jahren

Startalter von 25 Jahren angeregt

Das Thema Mindestlohn sorgt für Diskussionen. Das Handwerk will eine Anhebung des Anspruchsalters von 18 auf 25 Jahre.

Berlin - Der vom Bundesarbeitsministerium angestrebte Mindestlohn für Werktätige ab 18 Jahren stößt beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) auf Unmut. Ein in diesem Alter einsetzender Mindestlohnanspruch mache gering qualifizierte "Helferjobs" anstelle solider Ausbildungen attraktiv und werde deshalb "Verlierer produzieren", sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer.

Der Handwerkspräsident plädierte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" für ein Startalter von 25 Jahren. Als Übergangszeit für Langzeitarbeitslose in einem neuen Arbeitsverhältnis schlug Wollseifer ein Jahr statt der sechs Monate vor, die ein Ministeriumsentwurf vorsieht.

Dem Entwurf zufolge soll es von dem ab 2015 geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde nur wenige Ausnahmen geben: Nicht gelten soll er für Jugendliche unter 18 Jahren, für Kurzzeitpraktikanten und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung. Das Gesetz soll am 2. April im Kabinett beraten werden. Laut Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) wird es einen flächendeckenden Mindestlohn in Ost und West geben, der keine Branchen ausnimmt.

Entsprechend dem Koalitionsvertrag von Union und SPD sollen bis Ende 2016 in einzelnen Branchen Tarifabschlüsse unterhalb der 8,50 Euro möglich sein, ab dem 1. Januar 2017 gilt der Mindestlohn dann uneingeschränkt. Eine Kommission aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern soll jährlich die Höhe des Mindestlohnes überprüfen, eine Anhebung ist erstmals 2018 möglich. Der Kommissionsvorsitzende wird auf gemeinsamen Vorschlag von Arbeitgebern und Arbeitnehmern vom Bundesarbeitsministerium berufen. Das Gremium fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit.

Nach Einschätzung des Bauernverbandes wird die Einführung eines Mindestlohns zu einer Verteuerung von Erdbeeren und Spargel führen. Die Bundesregierung müsse einen "Ausnahmetatbestand schaffen", der den Besonderheiten von Saisonarbeit Rechnung trage, forderte der Generalsekretär das Bauernverbands, Bernhard Krüsken, in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn diese Sonderregelung nicht geschaffen werde, müssten Verbraucher mit höheren Preisen für Wein, Erdbeeren und Spargel rechnen.

Er sehe auch die Gefahr, dass sich die Produktion "in Länder ohne Mindestlohn verlagert", sagte Krüsken. Als Beispiel für eine derartige Verlagerung führte er die Gurkenproduktion in Deutschland an. Diese habe sich hierzulande nur etablieren können, weil ein Mindestlohn in den Niederlanden die dortigen Produzenten zur Abwanderung gezwungen habe.

(xity, AFP)


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