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Gute Nachrichten für den Krefelder Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen sank im Dezember

Auf der Jahrespressekonferenz der Agentur für Arbeit wurde die Bilanz zum Arbeitsmarkt für das Jahr 2014 gezogen und sorgte bei den Verantwortlichen für Optimismus.

Krefeld - Mit der Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten für den Monat Dezember 2014 zogen die Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, Ingo Zielonkowsky und Evelyn Schotten, gemeinsam mit Hartmut Schmitz (Unternehmerschaft Niederrhein, Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Krefeld) und Ralf Köpke (DGB Krefeld, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses) in der Jahrespressekonferenz auch die Bilanz auf dem Arbeitsmarkt für das vergangene Jahr.

"Mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes in Krefeld und im Kreis Viersen im vergangen Jahr sind wir sehr zufrieden. Die Entwicklung war positiver, als wir sie noch Anfang des Jahres 2014 erwartet hatte", zeigt sich Ingo Zielonkowsky sehr erfreut. "Selbst im Dezember ist die Arbeitslosigkeit, und das ist saisonuntypisch, gegenüber November noch leicht um 53 Personen auf nun insgesamt 23.113 Personen gesunken. Dies sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vormonat, und 3,3 Prozentpunkte (795 Personen) weniger als im Dezember 2013. Im Jahresdurchschnitt  lag die Zahl der Arbeitslosen mit 24.183 allerdings leicht über dem Vorjahr mit 24.118 und bestätigt damit die Prognosen von vor einem Jahr", konstatierte Zielonkowsky. 

Der Arbeitsmarkt war auch im Jahr 2014 von einer hohen Dynamik geprägt. So mussten sich von Januar bis Dezember 51.060 Männer und Frauen arbeitslos melden, immerhin 1.764 mehr als im gleichen Zeitraum 2013, demgegenüber konnten mit 51.738 aber auch noch mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Das waren immerhin 3.556 mehr als noch im Jahr 2013. 

"Trotz der nicht nur positiven Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2015 bin ich verhalten optimistisch, dass sich die positive Entwicklung des letzten Jahres auch in diesem Jahr fortsetzt", blickt Ingo Zielonkowsky zuversichtlich nach vorne. "Auch wenn ich davon ausgehe, dass sich die gute Entwicklung, wie wir sie in der zweiten Jahreshälfte 2014 feststellen konnten, sicher abschwächen wird. Für die nächsten zwei Monate allerdings rechnen wir zunächst mit höheren Werten bei der Arbeitslosigkeit."  

Auch im Dezember ist die Arbeitslosigkeit noch einmal leicht gesunken gegenüber dem November, und über das Jahr 2014 betrachtet konnten fast alle Personengruppen von der positiven Entwicklung profitieren. Vor allem die Zahl der jüngeren Menschen ohne Arbeit (unter 25 Jahren) konnte im Vergleich gegenüber dem Dezember des Vorjahres um 332 Personen (15,1 Prozent) gesenkt werden. Sie liegt aktuell bei 1.865."

Die insgesamt gute Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Region, aber auch die frühzeitige und intensive Aktivierung der Ausbildungsabsolventen, die nicht übernommen wurden haben zu diesem Ergebnis beigetragen", blickt Evelyn Schotten zufrieden auf eine erfolgreiche Umsetzung eines operativen Tätigkeitsschwerpunktes aus dem letzten Jahr.

Neben den Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen konnten auch bisher Langzeitarbeitslose Menschen von der positiven Marktentwicklung profitieren, wenn auch die individuellen Chancen schlechter waren als der Gesamtmarkt. Gegenüber  dem Dezember des Vorjahres lag die Zahl um 137 niedriger, mit 10.113 jedoch immer noch auf einem hohen Niveau. Hier braucht es besondere Anstrengungen, um Menschen nach langer Zeit ohne Beschäftigung wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

"Die Qualifizierungsangebote der Arbeitsagentur und der Jobcenter in Krefeld und im Kreis Viersen sollten vor allem auch Menschen nach längerer Arbeitslosigkeit wieder fit machen für den Arbeitsmarkt", zeigt Evelyn Schotten ein Instrument zur Verbesserung der Integrationschancen Chancen auf. "Im letzten Monat befanden sich insgesamt 2.595 Personen in einer Förderung, 874 Personen mit einer Förderung durch die Agentur für Arbeit, 1.721 mit einer Förderung durch die Jobcenter Krefeld und Kreis Viersen.   

"Mich freut die positive Entwicklung bei den jüngeren Menschen, und wenigstens ein bisschen haben auch die Menschen in der Grundsicherung von der Marktentwicklung profitieren können. Hier muss aber sicher noch mehr passieren, auch in Bezug auf die Qualifizierung der Menschent", greift Ralf Köpke das Thema auf." Ich appelliere an die Arbeitgeber, diesen Arbeitsuchenden ohne Vorbehalte zu begegnen. "Immerhin verfügen bereits knapp ein Drittel (29,6 Prozent) der in der Grundsicherung arbeitslos gemeldeten Menschen über einen betrieblichen, schulischen oder akademischen Berufsabschluss (in Krefeld 26,9 Prozent, im Kreis Viersen 33,5 Prozent). Sie benötigen einfach eine Chance, sich im Unternehmen zu beweisen." 

Bei einer Gruppe jedoch, die in der Regel gute Qualifikationen und Kompetenzen sowie eine hohe Motivation mitbringen, ist, für Ingo Zielonkowsky etwas überraschend, die  positive Entwicklung der Beschäftigungssituation nicht angekommen.

"Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderung ist gegenüber dem Vorjahr angestiegen", stellt Ingo Zielonkowsky etwas enttäuscht mit. "Das ist für mich nicht nachvollziehbar gerade wenn wir von einem zunehmenden Fachkräftebedarf der Wirtschaft hören. Wir werden in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf die Vermittlung von Menschen mit Behinderung setzen. Oft sind es Vorbehalte oder manchmal Unkenntnis der Rechtslage, die die Einstellung von Menschen  mit Behinderung erschwert. Ziel ist es, durch verstärkte Beratung und  Aufklärung diese Vorbehalten und Unkenntnis zu zerstreuen und neue Chancen zu schaffen. Das Potential dieser Menschen ist groß. Oft sind Sie sehr gut auf Ihre Behinderung eingestellt, und bringen dann, wenn Sie die Chance bekommen, neben den guten beruflichen Leistungen eine außergewöhnliche Loyalität zum Arbeitgeber mit. Das müssen die Arbeitgeber wissen und nutzen." "Auf die Vermittlung von Menschen mit Behinderung werden wir im diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt legen", kündigt Evelyn Schotten ein Arbeitsvorhaben für das Jahr 2015 an.    

Aktuell liegt die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten bei 1.696, das sind 17 mehr als im Vormonat und 74 mehr als im Dezember des Vorjahres. Aktuell werden im Bezirk der Agentur für Arbeit Krefeld 6.833 Menschen von der Arbeitsagentur betreut (17 mehr als im letzten Monat), 16.280 Arbeitslose (70 weniger als im November) sind in Betreuung der Jobcenter Krefeld und Kreis Viersen. Damit liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk jetzt bei 8,4 Prozent (0,1 Prozentpunkt unter dem Vormonat), und damit gegenüber dem Dezember des Vorjahres um 0,4 Prozentpunkte niedriger.

In der Stadt Krefeld liegt die Arbeitslosigkeit aktuell bei 10,7 Prozent (November: 10,8%), im Kreisgebiet Viersen unverändert bei 6,8 Prozent (November: 6,8%). Der Zugang an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen hat sich im vergangen Jahr sehr positiv gegenüber dem Vorjahr entwickelt. In diesem Dezember lag der Zugang mit 848 Stellen noch einmal um 43 Stellen über dem Vormonat. Im Jahresdurchschnitt 2014 lag die Zahl der zur Besetzung gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen mit 11.411 auf einem Langzeithoch. (2013: 10.269, 2012: 10.642, 2011: 11.380, 2010: ). 

"Die Unternehmen sind offenbar zunehmend bereit, Fachkräfte auf Vorrat einzustellen bzw. zu halten, obwohl die konjunkturellen Unsicherheiten anhalten", schätzt Hartmut Schmitz die Entwicklung bei der Kräftenachfrage für das nächste Jahr ein. "Die goldenen Zeiten sind vorbei. Perspektivisch werden Fachkräfte gesucht und benötigt. Nur mit gut ausgebildetem Personal werden Unternehmen im globalisierten Wettbewerb bestehen können."


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