15.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gurlitt will Bilder aus jüdischem Besitz zurückgeben

Gurlitt will Bilder aus jüdischem Besitz zurückgeben

Anfang soll Gemälde von Matisse machen

Der Münchener Kunsterbe Cornelius Gurlitt will alle aus jüdischem Besitz geraubte Kunstwerke an die jeweiligen Besitzer oder deren Nachfahren herausgeben, und mit einem Gemälde von Henri Matisse den Anfang machen.

München - Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung", des Norddeutschen Rundfunks und des Westdeutschen Rundfunks soll in Kürze die Übergabe von Matisses Porträt "Sitzende Frau" an Nachfahren des Pariser Kunstsammlers Paul Rosenberg vereinbart werden.

Das von den Nazis gestohlene Werk gehörte zeitweise zur Kunstsammlung des führenden Nazi-Politikers Hermann Göring und gelangte auf Umwegen in den Besitz der Familie Gurlitt, hieß es unter Berufung auf den gerichtlich bestellten Betreuer des schwer erkrankten Gurlitt, Rechtsanwalt Christoph Edel.

Der Salzburger Teil der Gurlitt-Sammlung ist den Angaben zufolge weit größer als bisher angenommen. Zusätzlich zu den zunächst entdeckten 60 Exponaten seien in Gurlitts verlassenem Haus 178 weitere Kunstgegenstände gefunden worden. Darunter seien Ölgemälde und Aquarelle von Auguste Renoir, Édouard Manet, Gustave Corbet, Max Liebermann und Claude Monet. Zu den bekanntesten Werken gehörten Renoirs "Mann mit Pfeife" und Monets "Waterloo Bridge".

Nach Angaben seiner Berater will Gurlitt für den Salzburger Teil seiner Sammlung renommierte internationale Experten für eine Provenienzforschung gewinnen, um die Herkunft aller Bilder zweifelsfrei klären zu können.

In Gurlitts Münchener Wohnung waren 2012 über 1400 Kunstwerke beschlagnahmt worden. Ein Großteil davon soll Nazi-Raubkunst sein, darunter Werke des Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus oder Kubismus - Kunstströmungen, die von Adolf Hitler als "entartet" stigmatisiert worden waren. Gurlitt hatte die Gemälde, darunter Meisterwerke von Picasso, Dürer, Renoir und Toulouse-Lautrec, von seinem Vater, dem Kunsthistoriker und Kunsthändler Hildebrand Gurlitt geerbt.

(xity, AFP)


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