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Gurlitt vermacht Bilder-Schatz dem Kunstmuseum Bern

Testament von Kunsthändler-Sohn regelt Verbleib

Der verstorbene Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt hat seine Bilder dem Kunstmuseum Bern vermacht.

München - Das Kunstmuseum Bern sei telefonisch und schriftlich von dem Anwalt Christoph Edel informiert worden, dass sein Mandant Gurlitt die Stiftung des Museums als einzigen Erben für seine hunderte Bilder umfassende Kunstsammlung benannt habe, erklärte das Museum. Es zeigte sich völlig überrascht von dieser Entscheidung.

Die Nachricht sei "wie ein Blitz aus heiterem Himmel" eingeschlagen, da zuvor keinerlei Kontakt mit Gurlitt bestanden habe. Das Museum zeigte sich "dankbar und freudig überrascht", verwies jedoch auch darauf, dass die Schenkung ihm "erhebliche Verantwortung und eine Fülle schwierigster Fragen" rechtlicher und ethischer Natur aufbürde. Mehrere hundert Bilder aus der Sammlung stehen im Verdacht, NS-Raubkunst zu sein. Die Klärung der Provenienz und der Eigentumsverhältnisse steht noch aus.

Gurlitt war am Dienstag im Alter von 81 Jahren in seiner Wohnung im Münchner Stadtteil Schwabing an den Folgen einer Herz-Operation gestorben. Gurlitt war im Herbst 2011 zufällig ins Visier der Justiz geraten. Bei einer Durchsuchung in seiner Schwabinger Wohnung entdeckten die Ermittler dann im Februar 2012 rund 1400 Meisterwerke aus dem Besitz seines Vaters, eines bekannten Kunstsammlers. Viele der Bilder galten seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen. Auch im Salzburger Haus Gurlitts befanden sich hunderte wertvolle Werke.

Die Behörden beschlagnahmten zunächst die Bilder aus der Münchner Wohnung. Im April hob die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahmung jedoch nach einer Einigung mit Gurlitt wieder auf. Sie sieht vor, dass die Besitzverhältnisse seiner Bilder geklärt werden und im Fall eines unrechtmäßigen Besitzes faire Lösungen mit den rechtmäßigen Besitzern getroffen werden.

(xity, AFP)


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