25.09.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gurlitt beantragt bei Gericht Rückgabe seiner Bilder

Gurlitt beantragt bei Gericht Rückgabe seiner Bilder

Beschlagnahme laut Verteidigern ungerechtfertigt

Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt hat bei Gericht die Rückgabe seiner Bilder gefordert. Ermittler ließen 2012 bei Gurlitt gut 1400 Kunstwerke beschlagnahmen - mehrere hundert davon könnten NS-Raubkunst sein. Die Bildkombo zeigt Werke von Hans Christoph (oben links), Max Liebermann, Wilhelm Lachnit und Antonio Canaletto.

Der Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt hat bei Gericht die Rückgabe seiner Bilder gefordert. Wie Gurlitts Rechtsanwälte in München mitteilten, legten sie am vergangenen Freitag Beschwerde gegen den vom Amtsgericht Augsburg im September 2011 ergangenen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss für Gurlitts Münchner Wohnung ein. Mit der Beschwerde sei der Antrag verbunden, die Beschlagnahme der Bilder aufzuheben.

Gurlitts Anwalt Tido Park erklärte, sein Mandant sei sich der moralischen Dimension seines Falls durchaus bewusst. "Das Strafverfahren ist jedoch nicht der richtige Ort für moralische Kategorien." Die Rechtsvertreter Gurlitts äußerten vor dem Hintergrund des immensen öffentlichen Interesses eine "begründete Sorge um die Rechtsstaatlichkeit dieses Verfahrens".

Die Beschwerde stütze sich unter anderem auf formelle Mängel des Gerichtsbeschlusses zu der Beschlagnahme sowie auf eine mangelnde Verdachtsgrundlage. Außerdem sei die Beschlagnahme nach ihrer Auffassung nicht verhältnismäßig - für den gegen Gurlitt von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf der Einfuhrumsatzsteuerhinterziehung sei nicht ersichtlich, weshalb Gurlitts gesamte Sammlung beschlagnahmt werden musste.

Gurlitt ließ weiter erklären, er wolle nach wie vor freiwillig und in eigener Verantwortung einvernehmliche Lösungen für Bilder anstreben, deren Herkunft möglicherweise problematisch sei. Die Augsburger Ermittler ließen 2012 bei Gurlitt gut 1400 Kunstwerke beschlagnahmen. Mehrere hundert dieser Bilder könnten NS-Raubkunst sein.

© 2014 AFP


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