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Günter Grass: "Ich bin ein Muttersohn"

Vater war erst stolz nach Erfolg mit "Die Blechtrommel"

Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat erst spät Frieden mit seinem 1979 verstorbenen Vater Wilhelm Grass geschlossen.

Berlin - "Ich bin ein Muttersohn", sagte der 86-jährige Grass der neuen Ausgabe des Magazins "Focus". "Die einzige Liebhaberei, die ich von meinem Vater übernommen habe, ist das Kochen. Er war ein ausgezeichneter, fürsorglicher Koch. Fürsorglich mit den Zutaten und fürsorglich zu denen, die er bekochte." Die Eltern von Grass betrieben einen Kolonialwarenladen in Danzig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg habe er sich mit dem Vater heftig über seine Berufswünsche gestritten, berichtete Grass. Er wollte Bildhauer werden, "aber mein Vater versuchte, mir eine Bürolehre aufzudrängen. ´Willst du mich zum Kriminellen machen?´, fragte ich ihn. ´Büro langweilt mich so, dass ich mit der Portokasse durchbrenne.´"

Nachdem Grass in Paris seinen Welterfolg "Die Blechtrommel" geschrieben hatte, sei sein Vater "auf einmal stolz" auf ihn gewesen, sagte der Autor. "Er hat nie ein Buch von mir gelesen, aber er hatte immer positive Rezensionen meiner Bücher in der Brieftasche. Die zeigte er herum, denn was da drinstand, das glaubte er. Seitdem hatten wir Frieden."

(xity, AFP)


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