16.12.2019 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> "Grüß Gott": Obama besucht vor G7-Gipfel Dorf in Bayern

"Grüß Gott": Obama besucht vor G7-Gipfel Dorf in Bayern

US-Präsident hält launige Rede in Krün

Ein Stück deutsches Kulturgut lernte US-Präsident Obama in Krün kennen.

Krün - Blasmusik, Brezeln und Bier vor der Weltpolitik: Kurz vor Beginn des G7-Gipfels sind Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und US-Präsident Barack Obama in dem bayerischen Dorf Krün von Einwohnern festlich empfangen worden. Während Merkel auch auf "Meinungsverschiedenheiten" hinwies, hielt Obama auf dem Dorfplatz des malerischen Ortes eine vor allem launige Rede.

Bei strahlendem Sonnenschein war für die beiden Gäste eine bayerische Brotzeit vorbereitet worden. Auf dem Dorfplatz hatten sich seit dem frühen Morgen zahlreiche in bayerische Trachten gekleidete Anwohner versammelt. Merkel bekam bei ihrer Ankunft von der Tochter des Bürgermeisters einen großen Blumenstrauß überreicht. Die Kanzlerin wurde von ihrem Ehemann Joachim Sauer begleitet.

Obama traf unter den Klängen traditioneller Blasmusik in einer schwarzen Limousine in dem bayerischen Bergidyll ein. Der US-Präsident begrüßte Merkel mit einem beidseitigen Wangenkuss, ihren Ehemann per Handschlag.

Es sei ihr "eine große Freude", dass Obama die Gelegenheit wahrnehme, ein Stück deutsches und oberbayerisches Kulturgut kennenzulernen, bevor der G7-Gipfel beginne, sagte Merkel in einer kurzen Rede, in der sie Obama duzte. Beide Politiker betonten die enge Partnerschaft ihrer Länder. Merkel wies allerdings auch auf "Meinungsverschiedenheiten" hin. Eine enge Partnerschaft und Kooperation sei aber im gegenseitigen Interesse unverzichtbar, sagte Merkel.

Zuletzt hatte die Spähaffäre um den US-Geheimdienst NSA und den deutschen BND die deutsch-amerikanischen Beziehungen belastet. Obama ging nicht auf das Thema ein, sondern lobte die Zusammenarbeit mit Merkel und Deutschland etwa in der Russland-Krise. "Wir stehen zusammen als unzertrennliche Verbündete", sagte Obama.

Ansonsten hielt der US-Präsident eine überwiegend launige Ansprache, die er mit den Worten "Grüß Gott" begann. Die zu seinem Empfang gespielte Musik sei ohne Frage die beste Alphorn-Darbietung gewesen, die er je gehört habe. "Ich muss zugeben, dass ich meine Lederhose vergessen habe", scherzte Obama. Aber vielleicht habe er ja noch die Gelegenheit, eine vor Ort zu kaufen.

Nach dem atmosphärischen Treffen in Krün und der bayerischen Folklore beginnt der politische Teil des Tages: Nach einem bilateralen Gespräch von Merkel und Obama startet am Mittag der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen. Dazu gehören neben Deutschland Frankreich, Italien, Großbritannien, Japan, Kanada und die USA. Bis Montagnachmittag wollen sie über zahlreiche Themen wie Klimaschutz, Terrorbekämpfung, Welthandel, Frauenförderung und Entwicklungshilfe beraten.

Besonderen Raum dürften der Ukraine-Konflikt und die griechische Schuldenkrise einnehmen. Die G7 müsse gemeinsam der "russische Aggression" in der Ukraine entgegenstehen, sagte Obama.

Das Treffen von Merkel und Obama in Krün war ebenso wie der am frühen Nachmittag auf Schloss Elmau beginnende G7-Gipfel der sieben großen Industrienationen von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. "Wir wollen den Menschen hier etwas zurückgeben", sagte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert. "Wir wollen so den Bürgern Danke sagen, sie sind ja von dem Gipfel nicht unbelastet."

Aufgrund des Gipfels und mehrerer Demonstrationen von Gegnern des Treffens gibt es in der Region zahlreiche Straßensperren. Seit dem Morgen schwirrten über der Bergregion Helikopter, die Journalisten und andere Gipfelteilnehmer transportierten.

(xity, AFP)


Copyright 2019 © Xity Online GmbH