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Grünen-Politiker fordern Offenlegung von möglicher Monsanto-Liste

Glyphosat-Kritiker womöglich persönlich betroffen

Listen mit Kritikern des US-Saatgutherstellers Monsanto gibt es laut Mutterkonzern Bayer auch in anderen europäischen Ländern.

Berlin - Umweltpolitiker der Grünen im Bundestag und im Europäischen Parlament haben Bayer-Chef Werner Baumann aufgefordert offenzulegen, wer auf möglichen Listen mit Kritikern der US-Tochter Monsanto in Deutschland und anderen europäischen Ländern steht. "Darüber hinaus erwarten wir Informationen darüber, was das Ziel dieser Auflistung war", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Offenen Brief an Baumann.

Den Brief, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag, unterzeichneten der Grünen-Fraktionschef im Bundestag, Anton Hofreiter, die Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer, Harald Ebner, Renate Künast und Friedrich Ostendorff sowie die Europaparlamentarier Maria Heubuch und Martin Häusling. Sie wollen von Baumann auch wissen, ob sie persönlich auf einer Monsanto-Liste stehen.

Vergangene Woche war in Frankreich bekannt geworden, dass Monsanto und eine PR-Agentur eine geheime Liste mit Kritikern führten. Kritische Politiker, Wissenschaftler und Journalisten wollte der Agrarkonzern laut einem Bericht des Senders France 2 "erziehen", besonders hartnäckige Gegner von Monsanto sogar "überwachen".

Bayer entschuldigte sich und räumte am Montag dann ein, dass es solche Listen auch in anderen europäischen Ländern gebe. Der entsprechende Vertrag mit der PR-Agentur Fleishman Hillard erstrecke sich auf ganz Europa einschließlich Deutschlands. Dem französischem Medienbericht zufolge wurden Adressen, Telefonnummern und Bemerkungen zu Kritikern von Monsanto notiert.

Die Grünen-Politiker fordern von Bayer-Chef Baumann zu erklären, ob er die Speicherung weiterer persönlicher Daten ausschließen könne. Zudem solle er sagen, in welcher Form und in welchem Umfang Daten ausgewertet wurden.

Bayer hatte Monsanto vergangenes Jahr für eine Rekordsumme von 63 Milliarden Dollar (56 Milliarden Euro) gekauft. Der US-Konzern steht bei Umweltpolitikern seit Jahren in der Kritik, weil er glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel in großem Stil herstellt. Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Bayer weist das zurück.

(xity, AFP)


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