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Grüne schlagen Verknüpfung von Organspende mit Behördengängen vor

Baerbock: Thema beim Beantragen oder Abholen von Pass ansprechen

Zur Stärkung der Organspende in Deutschland haben die Grünen vorgeschlagen, das Thema mit Behördengängen zu Passangelegenheiten zu verbinden.

Zur Stärkung der Organspende in Deutschland haben die Grünen vorgeschlagen, das Thema mit Behördengängen zu Passangelegenheiten zu verbinden. In einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schrieb Parteichefin Annalena Baerbock, die Diskrepanz zwischen der Bereitschaft zur Organspende und den wenigen Spenden müsse verringert werden. Dabei wandte sie sich zugleich gegen den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), eine Widerspruchsregelung einzuführen.

"Bei solch einer persönlichen Entscheidung sollte die Politik nicht anmaßend sein", schrieb Baerbock. Eine Widerspruchsregelung wäre "ein starker Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht jedes Einzelnen". Sie schlug stattdessen vor, es sollte ein Gespräch über Organspende geben, wenn Bürger ihren neuen Ausweis oder Reisepass beantragen.

"Holt die Person den Ausweis ab, müsste sie sich dann entscheiden: Möchte sie alle oder einzelne Organe spenden, möchte sie dies explizit nicht oder aktuell darüber noch nicht entscheiden ? und wer soll im Unglücksfall darüber entscheiden", schrieb Baerbock in der "FAS". Sie schlug zudem vor, die Angaben in einem verbindlich einzurichtenden Organspendenregister zentral zu vermerken.

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, sagte dazu AFP, dieser Vorschlag sei "unausgegoren" und "praxisfern". Die ethischen und medizinischen Fragen rund um das Thema Organspende "bewegen die Menschen im Innersten", fuhr er fort. Sachbearbeiter in Bürgerbüros könnten neben der Antragsabwicklung von Ausweispapieren so etwas nicht leisten.

© 2018 AFP


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