Grüne: Deutsch-griechisches Jugendwerk kommt nicht voran

Errichtung nach Ministeriumsangaben für 2016 geplant

Die Bundesregierung setzt sich dem Grünen-Außenpolitikers Manuel Sarrazin zufolge zu wenig für das deutsch-griechische Jugendwerk ein.

Berlin - "Gerade jetzt wäre es so wichtig, ein Signal der deutsch-griechischen Freundschaft zu senden", sagte Sarrazin der "Berliner Zeitung". "Es ist äußerst bedauerlich, dass es bei der Bundesregierung anscheinend bei bloßen Ankündigungen bleibt und de facto weder finanziell noch programmatisch mehr als bisher für die gemeinsame Aufarbeitung der deutsch-griechischen Geschichte getan wird."

Sarrazin hatte eine schriftliche Anfrage zu dem Thema an das Bundesfamilienministerium gerichtet. In der Antwort, die AFP vorliegt, heißt es, die Errichtung eines deutsch-griechischen Jugendwerks sei entsprechend der Koalitionsvereinbarung in dieser Legislaturperiode geplant. Auf Arbeitsebene hätten sich beide Seiten schon vergangenes Jahr auf einen Entwurf für ein Abkommen geeinigt; demnach soll das Jugendwerk 2016 eingerichtet werden. Als Finanzierungsbedarf wurden je drei Millionen Euro ab 2016 angesetzt.

Griechenland hat seit Anfang dieses Jahres eine neue Regierung. Eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums sagte AFP: "Wir stehen auch weiterhin auf Arbeitsebene in Kontakt mit der griechischen Seite, um die bislang konstruktiv verlaufenden Verhandlungen zu einem Gründungsabkommen für ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk fortzuführen." Sie bekräftigte, dass nach bisherigen Planungen die Errichtung des Jugendwerks für das Jahr 2016 vorgesehen sei.

Das geplante Jugendwerk war zuletzt wieder stärker in den Fokus gerückt. Die Bundesregierung sieht das Vorhaben als wichtigen Teil der Aussöhnung mit Griechenland. Forderungen aus Athen nach finanzieller Wiedergutmachung für Nazi-Verbrechen in Griechenland lehnt Berlin dagegen strikt ab.

(xity, AFP)