Gründung des Deutschen Fotoinstituts in Düsseldorf

Kunstakademie unterstützt die Planungen

Die Kunstakademie Düsseldorf unterstützt die Planungen zum Deutschen Fotoinstitut in der Landeshauptstadt.

Düsseldorf - Die Kunstakademie Düsseldorf unterstützt fortan gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf, dem DFI e.V. (Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts e.V.) und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur (Köln) den Prozess zur Planung und Gründung des Deutschen Fotoinstituts.

Am 19. November 2021 haben die Kanzlerin Johanna Boeck-Heuwinkel und der Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, Prof. Karl-Heinz Petzinka, eine Absichtserklärung unterzeichnet, welche die Akademie offiziell als Kooperationspartner bestätigt. Das in dem Dokument formulierte Ziel ist, die Gründung des Deutschen Fotoinstituts am Standort Düsseldorf voranzubringen. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Kulturdezernent Hans-Georg Lohe freuen sich zusammen mit dem Vorstand des DFI e.V., Andreas Gursky und Moritz Wegwerth, mit der Kunstakademie Düsseldorf eine weitere bedeutende Partnerinstitution für diesen Prozess gewonnen zu haben.

Aufgrund der langen Tradition in der Landeshauptstadt setzt sich Düsseldorf seit über zehn Jahren nachdrücklich für die Gründung einer innovativen Institution für die Fotografie ein.

Das Deutsche Fotoinstitut soll ein offener Ort sein, der die Lücken schließt, die das Netzwerk an oft individuell agierenden, föderal organisierten Fotosammlungen und -archiven offenbart. Zu den Kernaufgaben des geplanten Kompetenzzentrums soll es gehören, Fachleuten und einem breiten Publikum die Begegnung mit dem komplexen Medium der Fotografie und den damit verbundenen zukunftsorientierten Diskursen zu ermöglichen. Eine solche Institution wäre weltweit einmalig und visionär.

Dazu hat der DFI e.V. im Mai 2020 ein Konzept vorgelegt, welches die Grundlage der Zusammenarbeit aller Kooperationspartner*innen darstellt.

Die Fotografie spielte in der Geschichte der Kunstakademie Düsseldorf eine tragende Rolle. Seit dem Beginn der 1970er-Jahre befanden sich immer häufiger fotografische Positionen unter den Abschlüssen. Das Umfeld der Klasse von Joseph Beuys bildete hierbei ein Zentrum, aus dem heraus namhafte Künstler*innen wie etwa Sigmar Polke oder Katharina Sieverding ihre künstlerische und fotobasierte Arbeit entwickelt haben. Mit der Berufung Bernd Bechers an die Akademie im Jahr 1976 wurde die Kunstakademie zu einem richtungsweisenden Ort, da sie neue Impulse setzte und damit der Fotografie dazu verhalf, ihren Stellenwert als künstlerisches Medium auszubauen. Heute sind Bernd und Hilla Becher sowie die auf sie folgenden Generationen von Künstler*innen, die ihre Lehre hervorgebracht hat, nicht mehr aus dem Kanon der Kunstgeschichte wegzudenken.

Eine Neubetrachtung des Mediums im künstlerischen Kontext entstand, neben den bereits genannten, durch Lehrende und Studierende wie Jan Dibbets, Isa Genzken, Andreas Gursky, Candida Höfer, Reinhard Mucha, Peter Piller, Gerhard Richter, Claus Rinke, Thomas Ruff, Rosemarie Trockel oder Christopher Williams, um nur eine kleine Auswahl an Namen zu nennen.

Seit Sommer 2021 kooperiert Düsseldorf bereits mit der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur (Köln), vertreten durch die Leiterin der Sammlung, Gabriele Conrath-Scholl, und den Geschäftsführer Norbert Minwegen sowie mit dem Studio Becher (Düsseldorf-Kaiserswerth), vertreten durch Max Becher.

Die Zusammenarbeit zeigt die gemeinsame Bestrebung, städteübergreifend agieren zu wollen. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur ist seit über 25 Jahren im Bereich der musealen Sammlungsbetreuung, der wissenschaftlichen Erforschung, der Präsentation von hausinternen und externen Ausstellungen auf nationaler und internationaler Ebene tätig. Wesentliche und umfassende Archive ihres Bestands beziehen sich unter anderem auf die für die Geschichte der Fotografie zentralen Namen August Sander, Karl Blossfeldt sowie Bernd und Hilla Becher.

Vor dem Hintergrund der Institutsplanung bieten die Kooperationspartner für das nächste Jahr ein gemeinsames Semesterprogramm an, das für die Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf ein Angebot von Kolloquien, Workshops sowie Atelier- und Institutionsbesuchen vorsieht. Parallel ist eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Landeshauptstadt und dem DFI e. V. in Planung.