09.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Großmutter von Zschäpe sagt nicht im NSU-Prozess aus

Großmutter von Zschäpe sagt nicht im NSU-Prozess aus

Geplanter Vernehmungstermin gestrichen

Das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen von Beate Zschäpe und ihrer Großmutter im NSU-Prozess fällt aus: Eine für Donnerstag geplante Zeugenaussage von Anneliese A. sagte das Oberlandesgericht München wegen einer Erkrankung der Seniorin ab.

München - Da diese zudem angekündigt habe, von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht als Angehörige der Angeklagten Gebrauch zu machen, sei kein Ersatztermin für die Vernehmung geplant.

Das Wiedersehen der 39-jährigen Zschäpe mit ihrer Großmutter war wegen der engen emotionalen Bindung der beiden mit großer Spannung erwartet worden. Nach ihrer Festnahme im November 2011 hatte Zschäpe gegenüber Ermittlern gesagt, sie sei ein "Oma-Kind". Die mutmaßliche Rechtsterroristin war als Kind mehrere Jahre lang von der Großmutter aufgezogen worden. Die Großmutter hatte Zschäpe wenige Wochen nach ihrer Festnahme in Köln in der Untersuchungshaft besucht.

Im Juni 2012 wurde Zschäpe zudem kurzzeitig in die Justizvollzugsanstalt Gera verlegt, damit ihre bereits damals nur eingeschränkt reisefähige Großmutter sie dort in der Nähe ihres Wohnorts leichter besuchen konnte. Zschäpe, die im NSU-Prozess bislang jede Aussage verweigert, machte damals bei der Fahrt von Köln nach Gera auch Aussagen gegenüber den sie begleitenden Polizisten. Diese wurden über Zeugenaussagen in den NSU-Prozess eingeführt.

Zschäpe soll zusammen mit den beiden Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gebildet haben. Dem NSU werden unter anderem zehn Morde und zwei Bombenanschläge angelastet, Tatmotiv soll Ausländerhass gewesen sein. Der unerkannt im Untergrund agierende NSU flog erst auf, nachdem sich Mundlos und Böhnhardt nach einem missglückten Banküberfall Anfang November 2011 das Leben nahmen.

(xity, AFP)


Copyright 2018 © Xity Online GmbH