Großeinsatz gegen mutmaßliche Internetkriminelle im In- und Ausland

175 Hausdurchsuchungen - Festnahme in Rheinland-Pfalz

Mit einem Großeinsatz sind Ermittler im In- und Ausland gegen mutmaßliche Internetkriminelle vorgegangen.

Berlin - Wie Generalstaatsanwaltschaft und Polizei in Koblenz am Mittwoch mitteilten, wurde am Vortag ein 22-jähriger Hauptbeschuldigter aus Rheinland-Pfalz verhaftet. Zudem seien bei 170 Tatverdächtigen 175 Wohnungen und Firmenräume in allen 16 Bundesländer durchsucht worden. Weitere Durchsuchungen gab es im Ausland - etwa in den Niederlanden, Frankreich und Kanada.

Insgesamt seien im In- und Ausland fast 700 Polizeibeamte im Einsatz gewesen, hieß es. Nach einer ersten Auswertung wurden den Angaben zufolge mehr als 300 Computer und Datenträger beschlagnahmt. Bei einem Beschuldigten seien zudem "Betäubungsmittel im Kilobereich sowie Waffen" gefunden worden. Auch gegen diesen Beschuldigten wurde demnach Untersuchungshaft angeordnet.

Der Einsatz habe sich "gegen weltweit agierende Hacker sowie eine Vielzahl von Internetkriminellen" gerichtet, "die für andere Internetkriminelle sogenannte Hackertools bereitstellten". Zu den angebotenen Dienstleistungen habe unter anderem eine spezielle Software gehört, die fremde Schadsoftware getarnt habe, um diese für Antivirenprogramme unsichtbar zu machen.

"Die Einsatzpalette der Schadsoftware reichte vom Ausspionieren von Daten - insbesondere Passwörter und Bankdaten - über die Begehung von Betrugsdelikten bis hin zu Erpressungen", hieß es. "Dem Zugriff auf private und sensible Daten einer Vielzahl ahnungsloser Bürgerinnen und Bürgern war Tür und Tor geöffnet."

(xity, AFP)