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Gröhe will jede Form organisierter Sterbehilfe verbieten

Minister: Bisherige Verbotsregelung wird umgangen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat sich für ein Verbot jeglicher Form von organisierter Sterbehilfe ausgesprochen.

Berlin - "Wir sehen schon heute, dass ein Verbot kommerzieller Anbieter durch spendenfinanzierte vereinsmäßige Angebote umgangen werden kann", sagte Gröhe. Er finde es zudem "bedenklich, wenn organisierte Hilfe zur Selbsttötung als Alternative zu einer medizinischen Behandlung beworben wird", sagte der CDU-Politiker.

Er wolle sich kein Urteil über Menschen anmaßen, die in schwerster Not eine solche Entscheidung träfen, sagte Gröhe dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". "Wir sollten uns aber auch hüten, Selbsttötung zu einem Akt wahrer Freiheit zu verklären." Der Minister forderte mehr schmerzlindernde Palliativmedizin. Im ländlichen Raum gebe es noch "weiße Flecken" bei der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.

In Deutschland wird seit längerem über eine gesetzliche Neuregelung der Sterbehilfe debattiert. Aktive Sterbehilfe, die sogenannte Tötung auf Verlangen, ist in der Bundesrepublik verboten. Beihilfe zur Selbsttötung ist dagegen straffrei.

Die Bundesregierung plant ein neues Gesetz zur Sterbehilfe, das kommerzielle Sterbehilfe, möglicherweise aber auch jede organisierte Form von Sterbehilfe, unter Strafe stellt. Das neue Gesetz könnte 2015 kommen.

(xity, AFP)


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