18.06.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Gröhe mahnt Träger der Altenpflege zu angemessener Bezahlung der Fachkräfte

Gröhe mahnt Träger der Altenpflege zu angemessener Bezahlung der Fachkräfte

Gesundheitsminister verteidigt Konzept zur Ausbildungsreform

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat die Träger der Pflegeeinrichtungen ermahnt, ihre Mitarbeiter angemessen zu bezahlen.

Berlin - "Anständige Arbeit hat eine anständige Tarifvergütung verdient", sagte Gröhe am Freitag auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin. Die Zahlung von Tariflöhnen sei von den Trägern zu finanzieren. Es gebe den Anspruch, dass das Geld, das für die Pflegekräfte gedacht sei, "auch beim Personal landet".

Gröhe betonte in diesem Zugsamenhang, dass insbesondere angesichts des zu erwartenden Anstiegs der Zahl der Pflegebedürftigen gute Arbeitsbedingungen bestehen müssten. Es sei mit einer Million mehr Pflegebedürftigen in den kommenden 15 Jahren zu rechnen, sagte der Gesundheitsminister. Die Arbeit der Pflegekräfte könne auch nicht wegrationalisiert werden. "Ein modernes Pflegebett kann die Arbeit erleichtern, aber niemals ersetzen."

Gröhe verteidigte die geplante Reform der Ausbildung der Pflegekräfte gegen die Kritik der Arbeitgeber aus der Altenpflege. Es gebe veränderte Herausforderung, nicht zuletzt wegen der vielen Mehrfacherkrankungen. Im Krankenhaus werde auch Kompetenz für den Umgang mit Demenz benötigt. Und die Einrichtungen der Altenpflege fühlten sich oft überfordert, wenn es darum gehe, todkranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten.

Wenn die künftigen Pflegekräfte mit ihrer Berufsentscheidung langfristig zufrieden sein sollten, dann sei dabei auch die Frage der Weiterentwicklung und der Aufstiegschancen wichtig, sagte der Minister weiter. Und dabei spiele auch die geplante generalistische Ausbildung eine entscheidende Rolle.

Die Bundesregierung will die bislang getrennten Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einer Ausbildung zusammenführen. Dafür hatte das Kabinett im Januar den Gesetzentwurf für eine dreijährige Ausbildung zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau beschlossen, der bei Verbänden auf Kritik stößt.

Die generalistische Pflegeausbildung werde von tausenden kleinen und mittleren Unternehmen aus der privaten Pflegewirtschaft abgelehnt, heißt es beim Arbeitgeberverband Pflege. Das Vorhaben soll am 18. März erstmals im Bundestag beraten werden.

(xity, AFP)


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