Gröhe kritisiert Impfgegner als verantwortungslos

Im vergangenen Jahr höchste Zahl von Masern-Fällen seit 2002

Vor dem Hintergrund wieder gestiegener Zahlen von Masern-Erkrankungen hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Impfgegnern verantwortungloses Verhalten vorgeworfen.

Berlin - In der "Bild"-Zeitung vom Freitag sprach Gröhe in diesem Zusammenhang von "Panikmache". Dem "Bild"-Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 2464 Masern-Fälle registriert, die höchste Zahl seit 2002. Das Blatt berief sich auf aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Besonders stark betroffen waren demnach Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Im laufenden Jahr wurden demnach allerdings bisher nur 20 neue Fälle bekannt.

"Wer seinem Kind den Impfschutz verweigert, gefährdet nicht nur das eigene Kind, sondern alle, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können", warf Gröhe Impfgegnern unter den Eltern und Ärzten vor. Er forderte die entschlossene Umsetzung des zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Präventionsgesetzes.

Dieses Gesetz schreibt unter anderem eine verpflichtende Impfberatungen im Rahmen von Gesundheitsuntersuchungen vor. Der Nachweis dieser Beratung ist auch Voraussetzung für die Aufnahme eines Kindes in eine Kita. Dieses Gesetz müsse jetzt entschlossen umgesetzt werden, forderte Gröhe.

Der Masernausbruch 2015 in Berlin hatte auch Debatten über den Impfschutz von Flüchtlingen ausgelöst, weil erste Erkrankungen dort in einer Massenunterkunft aufgetreten waren. Daraufhin hatte es Kritik gegeben, weil die eigentlich für Flüchtlinge vorgesehenen Schutzimpfungen gleich in den ersten Tagen nach deren Ankunft vielfach nicht erfolgt waren.

(xity, AFP)