14.08.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Grimmepreis für Satire über Varoufakis-"Stinkefinger"

Grimmepreis für Satire über Varoufakis-"Stinkefinger"

Auszeichnung für Jan Böhmermann

Der "Stinkefinger" des ehemaligen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis hat Jan Böhmermann einen Grimmepreis eingebracht.

Berlin - Der Moderator Jan Böhmermann und sein Team bekommen den hoch angesehenen Medienpreis für einen Beitrag in der ZDF-Sendung "Neo Magazin Royale" vor einem Jahr, wie das Grimme-Institut am Mittwoch in Marl mitteilte. Die Verleihung ist für den 8. April geplant.

Böhmermann habe mit seinem Film für eine Nacht die Medienrepublik in Aufregung versetzt, begründete die Grimme-Jury die Wahl. Er habe "die Inszenierungsmechanismen der Boulevardindustrie" offenbart und sich das Verdienst einer großen Medienkritik erworben.

Varoufakis war vor einem Jahr bei der Talksendung von Günther Jauch in der ARD zugeschaltet worden. In dem Gespräch hielt Jauch dem damaligen Finanzminister einen Videobeitrag vor, in dem er auf einer Konferenz über Deutschland gesprochen und den ausgestreckten Mittelfinger erhoben haben soll. Der damals in seinem Kampf um weitere EU-Hilfen für Griechenland bereits umstrittene Varoufakis behauptete gegenüber Jauch, der Film sei manipuliert.

Böhmermann griff die Behauptung von Varoufakis auf und zeigte in seinem Filmbeitrag, wie angeblich er und sein Team es gewesen seien, die den "Stinkefinger" manipulativ in das Video eingebaut hätten. Stundenlang sorgte dies in den Medien und sozialen Netzen für heftige Debatten. Erst nach einiger Zeit klärte das ZDF über den Coup auf - der "Stinkefinger" war echt, der Beitrag über die Manipulation eine Satire.

(xity, AFP)


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