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Griechenland: 80 Milliarden Euro deutsches Ausfallrisiko

Durch Verpflichtungen aus Rettungsschirmen

In der Griechenland-Krise steht nach Ansicht des Vorsitzenden des Europaausschusses des Bundestages, Gunter Krichbaum, akut ein deutscher Hilfsanteil "von rund 80 Milliarden Euro im Feuer".

Berlin - Dies sagte der CDU-Politiker der "Leipziger Volkszeitung". Das finanzielle Ausfallrisiko für die deutsche Staatskasse liege nach derzeitigem Stand durch Verpflichtungen aus den verschiedenen Rettungsschirmen, inklusive des Anteils an den Leistungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bei mindestens "rund 80 Milliarden Euro".

Wegen der Krise rechnet Krichbaum mit Sondersitzungen des Bundestages während der parlamentarischen Sommerpause. Diese seien ebenso wie Zusammenkünfte der betroffenen Ausschüsse "mehr als wahrscheinlich", da das Parlament in der Gesamtverantwortung für den Haushalt stehe. Ohne Bundestagsvotum seien "keine der vermutlich notwendigen Maßnahmen möglich", sagte der Ausschussvorsitzende der Zeitung.

Dabei gehe es auch um die Solidarität der Europäischen Union (EU) für das Mitgliedsland Griechenland, fügte Krichbaum hinzu. Es gehe um "humanitäre Nothilfe" für das EU-Mitglied Griechenland durch die Gemeinschaft der anderen 27 Staaten, da mit der wahrscheinlichen Insolvenz Griechenlands "sich die Gefahr von möglichen Unruhen" nach einem Austritt Athens aus der Euro-Zone konkret stelle dürfte.

Die Euro-Finanzminister hatten am Samstag angekündigt, dass Griechenland der Geldhahn zugedreht werden soll. Bei einem Sondertreffen in Brüssel lehnten sie eine Verlängerung des am 30. Juni auslaufenden Hilfsprogramms für Athen ab. Damit scheint das Schicksal des hochverschuldeten Landes besiegelt. Denn ohne weitere Finanzhilfen kann Griechenland am Dienstag fällige Kredite an den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 1,5 Milliarden Euro nicht begleichen, es droht die Pleite.

(xity, AFP)


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