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Greenpeace kritisiert Waldnutzungsform in Deutschland

Umweltschutzorganisation fordert "Paradigmenwechsel"

Eine naturferne und intensive Bewirtschaftung der Wälder verhindert Studien zufolge die Umsetzung internationaler Klima- und Artenschutzabkommen in Deutschland.

Berlin - In allen 16 Bundesländern würden etwa heimische Baumarten wie die Buche durch schnell wachsende Bäume wie Fichten ersetzt, kritisierte die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Donnerstag anlässlich der Vorstellung zweier Untersuchungen zum Fortschritt bei der Waldnutzung und beim Waldschutz in den Ländern.

Außerdem sei der Holz- und Totholzvorrat in den meisten Wäldern zu gering. Dies führe dazu, dass heimische Tierarten, Pflanzen und Pilze einen kleineren Lebensraum hätten. Zudem könnten die Wälder dadurch weniger Kohlendioxid speichern. In einer Rangliste der Länder belegte das Saarland zusammen mit Schleswig-Holstein beim Waldschutz den Spitzenplatz, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Die letzten Plätze belegen Brandenburg, Hessen und Bayern.

"Die Umfrage zeigt deutlich, dass die meisten Länder kurzfristige, wirtschaftliche Interessen vor Artenschutz und Klimaschutz stellen", hieß es in der Studie. Greenpeace fordere daher einen "Paradigmenwechsel" und eine Bewirtschaftung der Wälder nach "ökologischen Kriterien". So habe sich Deutschland in der nationalen Biodiversitätsstrategie verpflichtet, bis 2020 fünf Prozent der Wälder gar nicht zu bewirtschaften und den Rest ökologisch nachhaltig. Laut Greenpeace erfüllt bisher kein Bundesland die Ziele der Strategie.

Für das Ranking hatte die Organisation einen Fragebogen an die zuständigen Behörden der Länder geschickt. Auf der Grundlage des Umweltinformationsgesetzes sind diese auskunftspflichtig.

(xity, AFP)


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