Gottesacker und Rheinschifffahrt

Geschichtsverein stellt Neuerscheinungen vor

Der Düsseldorfer Geschichtsverein (DGV) hat eine neue "Kleine Schriftenreihe" aufgelegt.

Düsseldorf - Die ersten Veröffentlichungen sind unter den Titeln "Der Bilker Friedhof. Vom Gottesacker zum Familienpark" und "Innova-tion auf dem Rhein. Das Ende der Treidelschifffahrt" erschienen. Damit werden zwei Aspekte Düsseldorfer Geschichte betrachtet, die über Jahrhunderte das Bild und Lebensgefühl der Stadt geprägt haben. Die reich bebilderten, maximal 120 Seiten umfassende Hefte, die in loser Reihen-folge veröffentlicht werden, bieten an der Stadtgeschichte interessierten Düsseldorfern die Möglichkeit, sich mit diesen kleineren wissenschaftli-chen Studien zu lokal- und regionalhistorischen Themen zu informieren.

Das erste Heft der "Kleinen Schriftenreihe" betrachtet ein lebendiges Stück Stadtgeschichte: den Bilker Friedhof. Dieser wurde 1805 als zweit-größter Düsseldorfer Begräbnisplatz eröffnet und bis 1904 als solcher betrieben. Seit mehr als 100 Jahren ist er nun eine öffentliche Parkanlage, die im Sommer von der Bevölkerung gern besucht wird. Unter anderem mit einem Wasserspielplatz, Ball- und Liegewiesen sowie einer kleinen Restauration erinnert nur noch wenig an die frühere Nutzung als Begräbnisstätte. 2013 beschloss daher die Bezirksvertretung 3 anlässlich des Stadtjubiläums "725 Jahre Stadt Düsseldorf" die wechsel-hafte Geschichte des Bilker Friedhofes in den Blick zu nehmen. Dafür konnte Dr. Inge Zacher, ehemalige Kustodin des Stadtmuseums Düsseldorf gewonnen werden. Wie kaum jemand anderes kennt sie sich mit den Aspekten Düsseldorfer Begräbniskultur und den Begräbnisorten aus. Mit "Der Bilker Friedhof. Vom Gottesacker zum Familienpark" ist eine unterhaltsam zu lesende Dokumentation des Bilker Friedhofs - von seinen Anfängen bis zu den Folgen des Pfingststurms Ela 2014 - entstanden. Dargestellt wird die Geschichte seiner Planung, erinnert wird an dort Begrabene, an vergangene Bauten, an die Spuren, die Gartenarchi-tekten wie Maximilian Friedrich Weyhe hinterließen und den Wandel des Ortes zum Familienpark.

Ulrike Stursberg begibt sich in "Innovation auf dem Rhein. Das Ende der Treidelschifffahrt" auf die Spuren einer Zeit als zwei Technologien aufeinander trafen, die das Bild des Rheins für immer verändern sollten. Die Mitarbeiterin des Schifffahrt-Museums Düsseldorf zeichnet in ihrer Untersuchung den Wandel von der Jahrhunderte währenden Treidelschifffahrt, dem flussaufwärts Transportieren von Schiffen mit Hilfe von Pferden, zur dampfmaschinenbetriebenen Motorisierung der Rheinschiffe nach. Denn was heute alltäglich anmutet, wurde von den Zeitgenossen teils als bedrohliche technische Revolution wahrgenommen. Viele Einnahmequellen der am und vom Fluss lebenden Bevölkerung hingen di-rekt oder indirekt von der Treidelschifffahrt ab. In diesem Heft der "Kleinen Schriftenreihe" fächert Ulrike Stursberg alle Aspekte der alten und neuen Technik und den damit einhergehenden sozialen und wirt-schaftlichen Umbrüchen für die Lesern auf.