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Göring-Eckardt rechnet mit weiteren Griechenland-Hilfen

Grünen-Politikerin warnt Athen vor Annäherung an Moskau

Griechenland braucht Geld, die Geldgeber wollen Reformen sehen.

Berlin - Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt rechnet mit einem weiteren Hilfsprogramm für Griechenland. "Wir sollten uns alle auf ein drittes Hilfspaket einstellen", sagte sie. "Ich sehe nicht, dass Griechenland schon im Frühsommer auf eigenen Beinen steht."

Göring-Eckardt zeigte sich irritiert über die zahlreichen Nein-Stimmen aus der Unionsfraktion bei der Verlängerung des zweiten Hilfspakets Ende Februar und bot Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Unterstützung an. Falls ein drittes Hilfsprogramm tragfähig sei, würden die Grünen ihrer Verantwortung gerecht werden. "Für uns steht die Politik für Europa im Vordergrund und nicht die Oppositionsrolle", sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag der "Welt am Sonntag".

Göring-Eckardt warnte zugleich die griechische Regierung vor einer Annäherung an Russland. Athen sei "gut beraten, für kurzfristige Vorteile nicht die Spaltung Europas zu riskieren", sagte sie vor der Moskau-Reise des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras am Mittwoch. Sie könne verstehen, wenn Tsipras mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über günstigere Energiepreise oder die Sanktionen gegen Moskau wegen der Ukraine-Krise reden wolle. "Was allerdings gar nicht geht, ist der Versuch, Griechenland zwischen Europa und Russland zu positionieren."

Göring-Eckardt warnte eindringlich vor einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Ein solcher Schritt würde "Europa nach innen und nach außen destabilisieren", sagte sie. "Weitere Krisenstaaten würden womöglich auch darüber nachdenken, den Euro zu verlassen." Es gehe zudem um das gemeinsame Europa. "Ich halte es für naiv zu sagen, ökonomisch könnten wir einen Grexit verkraften", sagte Göring-Eckardt. "Europa müsste bei allem von vorne anfangen. Wir müssten die Verträge neu verhandeln."

(xity, AFP)


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