12.12.2018 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Giffey will Jugendfreiwilligendienste attraktiver machen

Giffey will Jugendfreiwilligendienste attraktiver machen

Absolventen sollen Anspruch auf Bundesförderung bekommen

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will die Jugendfreiwilligendienste durch eine zusätzliche Förderung des Bundes attraktiver machen.

Berlin - "Alle Jugendlichen sollen einen Rechtsanspruch darauf bekommen, dass ihre Freiwilligendienst-Vereinbarung vom Bund gefördert wird", sagte Giffey bei der Vorstellung ihres Konzeptes für das künftige "Jugendfreiwilligenjahr" am Montag in Berlin.

Es solle einen Zuschuss zur Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr und bundesweit ein einheitliches Freiwilligengeld von 402 Euro geben, sagte Giffey. Zusätzlich sollten die Sozialversicherungsbeiträge garantiert werden. Der Bundesfreiwilligendienst ist als freiwilliges Engagement ein unentgeltlicher Dienst, bislang erhalten die Teilnehmer ein Taschengeld von bis zu 390 Euro.

"Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die sich freiwillig einbringen", sagte Giffey. Engagement brauche aber gute Rahmenbedingungen. "Genau die wollen wir mit unserem Vorschlag für ein neues 'Jugendfreiwilligenjahr' schaffen."

Der Rechtsanspruch auf Bundesförderung soll für die bestehenden Dienste, das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD) für alle Teilnehmer unter 27 Jahren geschaffen werden. Nach Angaben des Familienministerium absolvieren derzeit jährlich mehr als 80.000 junge Menschen einen Freiwilligendienst in Deutschland, und zwar rund 53.000 im FSJ, etwa 3000 im FÖJ und rund 27.000 im BFD. Das Ausbau-Potenzial der Freiwilligendienste sei "noch lange nicht ausgeschöpft".

Nach der Schätzung von Verbänden und Organisationen, die in den Programmen für die Freiwilligendienste aktiv sind, könnten bis zu 120.000 junge Menschen für ein Jugendfreiwilligenjahr gewonnen werden, hieß es aus dem Ministerium. Bei rund 800.000 jungen Menschen, die derzeit jährlich von allgemeinbildenden Schulen in Deutschland abgehen, wäre das fast ein Sechstel aller Jugendlichen.

2018 standen den Angaben zufolge für die Freiwilligendienste rund 263 Millionen Euro im Haushalt des Familienministeriums zur Verfügung. Für 2019 sieht der Bundeshaushalt einen Aufwuchs von rund 65 Millionen Euro vor - auf dann rund 327 Millionen Euro. Für die neuen Pläne für das Jugendfreiwilligenjahr würden maximal rund eine Milliarde Euro pro Jahr benötigt.

(xity, AFP)


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