Gewerkschaft: Fiskus entgehen durch Offshore-Firmen zehn Milliarden Euro im Jahr

Eigenthaler fordert Liste mit "unsicheren Steuerstaaten"

Den deutschen Steuerbehörden entgehen nach Einschätzung der Deutschen Steuergewerkschaft durch Offshore-Firmen in Steueroasen rund zehn Milliarden Euro im Jahr.

Berlin - Gewerkschaftschef Thomas Eigenthaler sagte der "Bild"-Zeitung vom Dienstag: "Der Ausfall für den Fiskus durch Steuerhinterziehung und Steuerflucht summiert sich auf 50 Milliarden Euro im Jahr. Etwa ein Fünftel davon fällt auf den Bereich Offshore-Firmen."

Eigenthaler forderte die Bundesregierung angesichts der Enthüllungen über dubiose Finanzgeschäfte von Briefkastenfirmen in Panama auf, eine Liste mit "unsicheren Steuerstaaten" zu erstellen. "Wer Geschäfte mit einer Firma in diesen Staaten macht, sollte dann so behandelt und besteuert werden, als ob das Geschäft in Deutschland stattfindet", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. Das wäre ein wirkungsvoller Schritt, um Steuerflucht und Geldwäsche zu bekämpfen, fügte er hinzu.

Ein weltweites Netzwerk von Journalisten hatte in den vergangenen Monaten einen umfangreichen Datensatz über Briefkastenfirmen ausgewertet, die über die in Panama-Stadt ansässige Finanzkanzlei Mossack Fonseca laufen. Die Dokumente waren der "Süddeutschen Zeitung" von anonymer Seite zugespielt worden.

(xity, AFP)