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Gesundheits-Apps auf Rezept und Nutzung der digitalen Patientenakte

Spahn legt Entwurf für Digitalisierungsgesetz vor

Gesundheits-Apps sollen wie Arzneimittel künftig vom Arzt verschrieben werden und der Einsatz der elektronischen Patientenakte soll forciert werden.

Berlin - Das sind zwei Ziele eines neuen Digitalisierungsgesetzes, das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch als Referentenentwurf vorgelegt hat. Ziel sei es, den digitalen Wandel im Gesundheitswesen "zu gestalten und ihn nicht zu erleiden", sagte Spahn. Datenschutz und Datensicherheit seien dabei "von höchster Priorität".

Als Beispiele für Gesundheits-Apps, die von den Krankenkassen gezahlt werden könnten, nannte Spahn digitale Tagebücher für Diabetiker oder Bluthochdruckpatienten. Der Referentenentwurf, der nun in die Ressortabstimmung geht, sieht zudem vor, dass telemedizinische Angebote wie Videosprechstunden leichter genutzt werden können.

Die elektronische Patientenakte soll dem Entwurf zufolge umfangreicher werden, auch Impfausweis, Mutterpass oder Zahn-Bonusheft sollen darin gespeichert werden können. Der Hausarzt soll dafür eine "angemessene Vergütung bekommen", sagte Spahn.

In einem bereits beschlossenen Gesetz ist geregelt, dass die Kassen ihren Versicherten spätestens ab 2021 eine elektronische Patientenakte anbieten müssen, auf die sie mit Smartphone oder Tablet zugreifen können.

Das neue Digitalisierungsgesetz sieht nach Informationen aus dem Ministerium auch Honorarkürzungen für Ärzte vor, die sich nicht an der digitalen Versorgung beteiligen. Ab März 2020 droht ihnen die Kürzung ihres Honorars um 2,5 Prozent, wenn sie sich nicht an die entsprechende Telematik-Infrastruktur anschließen lassen.

"Der Patient von morgen wird immer noch einen Arzt brauchen, aber er wird keinen Arzt mehr ernst nehmen, der nur noch über Karteikarten arbeitet", sagte Spahn. Der Minister rief Ärzte, Klinikleitungen, Therapeuten und andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen auf, den digitalen Wandel "aktiv zu begleiten".

Er verwies darauf, dass es gerade im Bereich von Gesundheit und Pflege massive Investitionen auch von Großkonzernen außerhalb Europas gebe. Es gehe darum, einen Rahmen zu setzen für digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland mit den Standards und der Datensicherheit, "die wir hier gewohnt sind", sagte der Minister.

(xity, AFP)


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