Geständnis im Prozess um Mord an hochschwangerer Rebecca W. in Aschaffenburg

Im Prozess um den Mord an der hochschwangeren Rebecca W. hat der Hauptangeklagte die Tötung der 24-Jährigen gestanden.

Aschaffenburg - Er würde alles dafür geben, die Tat ungeschehen zu machen, ließ Jens M. am Mittwoch zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Aschaffenburg von seinem Verteidiger erklären. Der 32-Jährige bestreitet nach den Worten seines Verteidigers aber den Mordvorwurf und strebt eine Verurteilung wegen Totschlags an.

Der Fall hatte im Mai vergangenen Jahres bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nachdem Rebecca W. am Tattag am 13. Mai ihren dreijährigen Sohn nicht vom Kindergarten abgeholt hatte, begann eine groß angelegte Suchaktion. Die Leiche der jungen Frau wurde schließlich in einer von dem mutmaßlichen Mörder angemieteten Garage gefunden.

Der ehemalige Geliebte des Mordopfers, der Lkw-Fahrer Jens M., ist wegen Mordes in Tateinheit mit einem Schwangerschaftsabbruch angeklagt. Mit angeklagt ist ein Freund des Mannes, der diesem zum Mord geraten und ein Auto zur Entsorgung der Leiche bereit gestellt haben soll.

Der verheiratete 32-jährige Hauptangeklagte soll seine Geliebte getötet haben, um zu verhindern, dass er Unterhalt für das ungeborene Kind zahlen muss und um zu verhindern, dass seine Ehefrau ihn wegen der Affäre verlässt.

M. ließ seinen Verteidiger erklären, er habe sich mit Rebecca W. am Tattag getroffen, um sich nochmals über die bevorstehende Geburt zu unterhalten. Auf einem Waldweg sei es dann auf Wunsch des späteren Opfers zu sexuellen Handlungen gekommen, die von der Frau dann aber wieder unterbrochen worden seien.

In dieser Situation seien beide zu Boden gefallen und habe Rebecca W. angefangen, um Hilfe zu rufen. M. habe dann einen "völligen Blackout" gehabt und die Frau zunächst mit den Händen gewürgt und sie schließlich mit Hilfe von Kabelbindern erdrosselt.

Verteidiger Christoph Jahrsdörfer sagte, sein Mandant habe am Tattag unter Drogeneinfluss gestanden. Am Rande des Prozesses sagte Jahrsdörfer der Nachrichtenagentur AFP, aufgrund der Tatumstände strebe sein Mandant eine Verurteilung wegen des milder bestraften Totschlags und nicht wegen Mordes an. "Das ist natürlich unser Ziel, ist ja völlig klar."

Der mit angeklagte Freund des mutmaßlichen Mörders, Benjamin E., bestritt zu Prozessbeginn eine Beihilfe zu dem Mord. Er habe seinem Freund zwar ein paar Monate vor der Tat wohl gesagt, er solle die Geliebte eine Treppe hinunterwerfen. "Von einer Tötungstat war nie die Rede", ließ er aber seinen Verteidiger erklären.

Am Tattag habe er M. zwar sein Auto geliehen. Sein Freund habe ihm aber gesagt, er wolle nochmals mit Rebecca reden, von der Tötung habe er erst im Nachhinein erfahren. Er sei nur wegen seiner "Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft" in diese Sache hinein geraten, ließ M. erklären.

Seine Aussage steht allerdings in vielen Punkten im Widerspruch zu seiner Aussage bei der Polizei unmittelbar nach der Tat. Der Verteidiger von M., Achim Groepper, begründete dies mit einem zwischenzeitlich vollzogenen Verteidigerwechsel.

(xity, AFP)