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"German-American Day"

US-Amerikaner feiern am 6. Oktober

Ein Land ohne Repressalien, wo sie ihren Glauben frei leben können – dieses Versprechen brachte der Theologe Franz Daniel Pastorius im April 1683 den Mennoniten und Quäkern nach Krefeld.

Krefeld - In Frankfurt und Köln hatte er schon für eine neue Kolonie in Nordamerika geworben, die der Quäkermissionar William Penn gegründet und Pennsylvania genannt hatte. Die Botschaft Pastorius’ stieß auf offene Ohren. 13 Familien aus Krefeld und anderen Orten folgten dem Theologen in die Neue Welt. Im Jahr 1683 brachen Quäker und Mennoniten als erste organisierte Auswanderungsgruppe aus dem damaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation über Rotterdam und London in Richtung Neue Welt auf. Nach 49 Tagen auf See an Bord des Schiffs "Concord“ erreichten sie die amerikanische Küste. Am 6. Oktober gelangte die Gruppe an ihr Ziel, die Stadt Philadelphia im heutigen US-Bundesstaat Pennsylvania. In der Nähe gründeten die Krefelder am 26. Oktober Germantown unter der Führung von Franz Daniel Pastorius.

In den Vereinigten Staaten erinnert man sich seit Ende der 1980er-Jahre am "German-American Day“, dem 6. Oktober, an die Ankunft der Krefelder Gruppe und die deutschen Wurzeln zahlreicher US-Bürger. Die Erinnerung an diese Auswanderung gelangte zuerst im 19. Jahrhundert anlässlich des 200. Jahrestages beiderseits des Atlantiks wieder ins Bewusstsein: Der Historiker Dr. Oswald Seidensticker, Chronist der Deutschen Gesellschaft in Pennsylvanien, erläuterte seinen Landsleuten den Anteil der Deutschen an der Besiedelung Nordamerikas. Der Crefelder Verein für wissenschaftliche Vorträge legte zu dieser Zeit das Buch über die "Geographischen Beschreibungen der Provinz Pennsylvanien“ von Franz Daniel Pastorius neu auf. In Philadelphia und Krefeld feierten die Menschen, jedoch unabhängig von einander, diesen Jahrestag.

In der nordamerikanischen Stadt begannen die Feierlichkeiten am 6. Oktober 1883 in der Musikakademie mit deutschen und englischen Ansprachen. Am folgenden Tag fanden Gottesdienste in deutschen Kirchen und Synagogen statt. Einen Festzug gab es am 8. Oktober mit Schauwagen, die Episoden der deutschen Geschichte in Amerika zeigten. Zudem liefen Vereine und Gesellschaften. Der Tag endete mit einem Volksfest. Von diesem Gedenktag ausgehend verbreite sich das Fest in den USA.

In Krefeld stand ein Geschichtskolleg des Berliner Reichtagsabgeordneten Dr. Friedrich Kapp im Mittelpunkt der Feier am 6. Oktober 1883 in der Stadthalle. Er hatte sich in den vergangenen Jahren mit der Geschichte der Deutschen in Nordamerika beschäftigt. Als Geschenk überreicht Kapp Krefelds damaligen Oberbürgermeister Ernst Küper ein Faksimile des Sklavenprotestes aus dem Jahr 1688, den auch Krefelder Auswandererfamilien initiiert hatten. Aus den Reihen der Krefelder Siedler waren es wohl Mennoniten, die den Anstoß für eine Ablehnung der Sklaverei gaben. Am 18. April 1688 wurde im Haus des Krefelders Thones Kunders dieser erste öffentliche Protest gegen die Sklaverei in Amerika formuliert.

Auch an der Hubertusstraße wurden Vorträge auf Deutsch und Englisch gehalten. Während des Festes erreichte ein Telegramm aus Philadelphia die Menschen in der Stadthalle, welches die Grüße von fünf Millionen Deutsch-Amerikanern übermittelte. Oberbürgermeister Ernst Küper antwortete an das Stadtoberhaupt am Delaware: "Die Heimatstadt der ersten deutschen Einwanderer in Amerika sendet zum heutigen Feste einen brüderlichen Gruß!“


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