25.09.2020 || Startseite -> Nachrichten aus duesseldorf -> lokales -> Geldstrafen im Prozess um entführten Homosexuellen

Geldstrafen im Prozess um entführten Homosexuellen

Jugendlicher sollte im Libanon zwangsverheiratet werden

Ein 18-jähriger Libanese outet sich als homosexuelle und wird daraufhin von seinem Vater und zwei Onkeln entführt, um im Libanon zwangsverheiratet zu werden.

Berlin - Im Falle eines heute 18-jährigen Homosexuellen, der in den Libanon entführt werden sollte, hat das Amtsgericht Berlin-Tiergarten eine Geldstrafe gegen seinen Vater und zwei Onkel verhängt. Nach Angaben eines Justizsprechers müssen die drei Angeklagten wegen Freiheitsberaubung und Entziehung Minderjähriger jeweils eine Geldstrafe 1350 Euro zahlen.

Laut Gericht wollten die Männer im Alter von 36 bis 43 Jahren 2012 den damals 15-jährigen Nasser El-A. in den Libanon entführen. Im Herkunftsland seiner Eltern sollte der Junge, der sich kurz zuvor zu seiner Homosexualität bekannt hatte, zwangsweise mit einer Frau verheiratet werden.

An der rumänischen Grenze nahmen Fahnder den Vater jedoch fest und schickten den bereits unter Obhut des Jugendamtes stehenden Jungen zurück nach Berlin. "Ich möchte, dass die Leute sehen, wie der Staat reagiert bei solchen Fällen wie Zwangsverheiratung, Misshandlungen oder einer Entführung ins Ausland", hatte der in Deutschland aufgewachsene Nasser seine Anzeige gegenüber dem RBB vor Prozessbeginn begründet.

(xity, AFP)


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