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Gehörlosenbund kämpft weiter für barrierefreien kostenlosen Notruf

Spezielle Notruf-App nicht für alle Smartphones geeignet

Nach Angaben des Deutschen Gehörlosen-Bundes haben Menschen mit Hörbehinderung immer noch keinen Zugang zu einem barrierefreien kostenlosen Notrufsystem.

Berlin - Zwar gebe es bereits eine entsprechende neue Notruf-App, die aber nur bei einigen Smarthphones funktioniere, erklärte der Verband am Donnerstag. Für Gehörlose bedeute dies, "dass in Notsituationen verstärkt Lebensgefahr für sie besteht".

Die vom Deutschen Institut für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelte neuartige barrierefreie Notruf-App sollte demnach schriftliche Notrufe von Menschen mit Hörbehinderung in lautsprachliche Nachrichten umwandeln und an die nächste der über 500 Leitstellen in Deutschland weiterleiten. Die kostenlose Notruf-App sei dafür an das bisherige Leitstellensystem angepasst worden.

Allerdings funktioniere die Notruf-App nicht für alle Smartphones, erklärte der Verband. Nur etwa fünf bis zehn verschiedene Smartphones könnten mit der App arbeiten. Daher konnte diese bislang nicht freigegeben werden. Andere Hersteller bieten demnach zwar bereits Notruf-Apps an, zum Beispiel "HandHelp", "Mein Notruf" oder "Gehoerlosennotruf". Diese seien aber alle kostenpflichtig.

Der Gehörlosenbund warf der Bundesregierung Wortbruch vor. Im Koalitionsvertrag sei die Einführung eines barrierefreien Notrufsystems festgeschrieben worden. Bis heute sei aber nichts geschehen. Die Verbesserung der Notrufsituation für Menschen mit Hörbehinderung sei dringend notwendig, "denn sie kann unter Umständen über Leben und Tod entscheiden", erklärte der Verband.

(xity, AFP)


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