Gegendemonstranten behindern rechten Aufmarsch in Berlin-Hellersdorf

Kritik an Polizeischutz für Neonazis

Zahlreiche Gegendemonstranten haben in Berlin-Hellersdorf einen Aufmarsch von Rechtsextremen und Rechtspopulisten behindert.

Berlin - Wie die Polizei mitteilte, kam es am Rande zu einzelnen Zusammenstößen. Mehrere Gegendemonstranten, die den Aufmarschweg der Rechten blockieren wollten, seien vorläufig festgenommen worden. Es gab auch Strafanzeigen.

An dem rechten Aufmarsch beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 200 Menschen. Die Zahl der Gegendemonstranten gab die Polizei mit einigen Hundert an, die sich auf verschiedene kleinere Gruppen verteilten. Die Veranstalter sprachen von 1300 Teilnehmern an den Gegenaktionen.

Der Marsch von Rechtsextremen und Rechspopulisten richtete sich gegen eine Flüchtlingsunterkunft in dem östlichen Berliner Bezirk. Der Aufmarsch führte aber der Polizei zufolge nicht an der Unterkunft vorbei. Zu Gegenkundgebungen hatten das Berliner Bündnis gegen Rechts sowie unter anderem Gewerkschaften und die Jusos aufgerufen.

Das Bündnis gegen Rechts kritisierte das Vorgehen der Polizei sowie des Berliner Senats. Innensenator Frank Henkel (CDU) habe dafür gesorgt, "dass in seinem Berlin an die 200 gewaltbereite Neonazis um jeden Preis durch Marzahn-Hellersdorf marschieren dürfen", hieß es. Auch seien Gegendemonstranten eingekesselt worden.

Die Polizei hob ihrerseits hervor, es sei gelungen, die gegensätzlichen Gruppen von Demonstranten voneinander getrennt zu halten. Wegen der Blockadeaktionen mussten die Rechten allerdings ihre Demonstrationsroute ändern.

(xity, AFP)